Unverständnis und Unmut löst bei heimischen Milchbauern die aktuelle Werbeaktion einer großen Handelskette aus: Irische Butter, angepriesen zum Preis von lediglich einem Euro, prangt auf der ersten Seite des Flugblattes für die Kalenderwoche 41 in Oberösterreich. „Solche Aktionen mögen kurzfristig Frequenz in die Geschäfte bringen, senden jedoch ein fatales Signal für die Wertschätzung von Lebensmitteln und die Arbeit der Milchbäuerinnen und Milchbauern“, ist Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, erbost. Derartige Aktionen habe die Landwirtschaftskammer wiederholt kritisiert, insbesondere wenn hochwertige Milchprodukte als Lockartikel eingesetzt werden, heißt es in einer Presseaussendung der LK OÖ.
„Gerade in einer Zeit, in der die Milchbäuerinnen und Milchbauern mit enormen Herausforderungen konfrontiert sind, ist jeder Cent beim Milchgeld von entscheidender Bedeutung. Die Auswirkungen von Wetterextremen und Dürre im heurigen Sommer, hohe Energie- und Betriebsmittelkosten sowie anhaltende geopolitische Unsicherheiten führen zu steigenden Produktionskosten auf den landwirtschaftlichen Betrieben“, so Waldenberger, der damit die Notwendigkeit steigender Milchpreise feststellt. Gleichzeitig würden an die Landwirtschaft laufend zusätzliche Anforderungen in den Bereichen Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz gestellt. Diese Leistungen könnten jedoch nur erbracht werden, wenn sie durch entsprechende Erzeugerpreise abgesichert werden.
„Hochwertige regionale Lebensmittel, Versorgungssicherheit und nachhaltig bewirtschaftete Bauernhöfe gibt es nicht zum Schleuderpreis.“
Franz Waldenberger
Präsident Landwirtschaftskammer Oberösterreich
Besonders problematisch sei, dass ausgerechnet ein sensibler Rohstoff wie Butter zum Gegenstand aggressiver Preiswerbung wird, heißt es weiter in der Presseaussendung. Gerade bei Butter, die eingefroren werden kann, bringe das Verzögerungen beim Verbrauch beziehungsweise beim Absatz.
Sieht so eine Partnerschaft aus?
Viele Handelsunternehmen betonen regelmäßig die Bedeutung regionaler Lebensmittel und die Partnerschaft mit der heimischen Landwirtschaft. Solche Bekenntnisse würden jedoch an Glaubwürdigkeit verlieren, wenn gleichzeitig Importware zu Dumpingpreisen beworben werde. Eine faire Partnerschaft bedeute, entlang der gesamten Wertschöpfungskette Verantwortung zu übernehmen und den notwendigen wirtschaftlichen Spielraum für die bäuerlichen Familienbetriebe sicherzustellen.
Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich appelliert an den Lebensmittelhandel, auf derartige Preisschlachten zu verzichten. „Hochwertige regionale Lebensmittel, Versorgungssicherheit und nachhaltig bewirtschaftete Bauernhöfe gibt es nicht zum Schleuderpreis“, bekräftigt Waldenberger.
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