Der Export von österreichischem Premiumweizen nach Italien läuft heuer gut. Die Nachfrage von italienischen Mühlen ist nach wie vor gegeben. Auch die Preise für Premiumweizen notieren etwas besser als im Vorjahr. Ursache dafür ist eine Verknappung aufgrund des Ukraine-Krieges. Der aktuelle Exportpreis für Qualitäts- oder Premiumweizen liegt bei 230 bis 245 Euro pro Tonne, schwankt aber. Im Vorjahr waren es noch 210 bis 220 Euro pro Tonne. Größter Mitbewerber im Kampf um gute Preise ist erneut Ungarn. „Die brauchen dringend Devisen“, betont ein Finanzexperte.
Tonnagen mehr als halbiert
Dieser nominale Preisvorteil löst sich für die Landwirte jedoch auf. Gründe dafür sind eine Donausperre in Ungarn, das permanente Niedrigwasser auf der Donau und die geopolitischen Verwerfungen durch den Ukrainekrieg im Donaudelta. Wie die Statistik Austria diese Woche informierte, wurde aufgrund der geringen Pegelstände der Donau diesen Sommer das Transportaufkommen auf der wichtigen Handelsroute erheblich reduziert. Konkret wurden im Juli und August 56 Prozent weniger Güter transportiert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Den Statistikern zufolge kam vor allem der Transitverkehr zum Erliegen.
Verlader weichen deshalb zunehmend auf andere Verkehrsträger wie LKW und Schiene aus. Und dort steigen die Preise. Die reinen Transportmehrkosten nach Italien belaufen sich für Weizen aktuell auf zusätzlich rund 20 Euro pro Tonne. Da die Donau blockiert ist, müssen Exporteure auf teurere Ausweichrouten ausweichen. Die Folge ist eine Überlastung der Ausweichstrecken. Dies treibt den finalen Weizenpreis für italienische Abnehmer in die Höhe.
Knapp 50 Euro pro Tonne
Wie hoch die Nachzahlung für die Landwirte sein wird, lässt sich noch nicht genau beziffern. „Es ist momentan ein Hin und Her“, ist aus informierten Kreisen zu hören. Werner Zumpf, RWA-Leiter für das Geschäftssegment Agrarhandel, versucht bei den italienischen Abnehmern vor allem die gestiegenen Logistikkosten geltend zu machen. Diese dürften von 35 Euro pro Tonne im Jahr 2022 auf 48 Euro gestiegen sein.
Die erste Akontozahlung ist heuer für die Bauern ähnlich wie im Vorjahr ausgefallen. Je nach regionaler Spesenstruktur der Lagerhaus-Genossenschaften kamen die Akontopreise für Premiumweizen auf 140 und 165 Euro pro Tonne. Bei der Endauszahlung 2026 bewegten sich die Gesamt-Poolpreise für Premiumweizen zwischen 172 und 195 Euro.
Auch Düngemittel betroffen
Auch bei Düngemitteln macht die Verschiffung mit halb beladenen Schiffen auf der Donau Probleme. Hintergrund: Um bei Niedrigwasser noch fahren zu können, reduzieren die Reedereien die Zuladung. Laut Statistik Austria ging die Auslastung der Schiffe im Sommer so auf lediglich 39 Prozent zurück. Das blieb nicht ohne Folgen. „Die Transportkosten pro Tonne steigen massiv an“, erklärt Logistik-Professor Sebastian Kummer von der Wirtschaftsuniversität Wien. Der Ausweichverkehr mit Lkw und Bahn aus der Ukraine, Rumänien oder Serbien ist wesentlich teurer. Die RWA musste bereits teure Schienen-Ersatzrouten einrichten, heißt es.
Allerdings gibt es in Experten-Kreisen auch optimistische Stimmen bezüglich der Preisentwicklung. So wird mit einer deutlichen Entspannung auf der Donau und damit auch auf der Schiene (RWA-Ganzzüge) ab November gerechnet. „Es gibt ein Fenster für die Schifffahrt. Dies ist für den Transport von Düngemitteln sehr wichtig“, sagt Professorin Lisa-Maria Putz-Egger vom Verein Pro Danube Austria, der sich mit der Binnenschifffahrt befasst.
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