Andrä Ruprechter, Christiane Mösl, Norbert Totschnig und Karl Neuhofer feiern zehn Jahre EU-Gütesiegel für heimische Heumilch.

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Zehn Jahre EU-Gütesiegel für heimische Heumilch

Seit 2016 gelten europaweit geschützte Vorgaben für die Heumilchproduktion. Für die Bauern bringt das klare Produktionsregeln und einen wirtschaftlichen Vorteil.

Mehr als 530 Millionen Kilogramm Heumilch wurden 2025 in Österreich verarbeitet. Dahinter stehen regionale Betriebe, die ihre Kühe nach klaren Regeln füttern. Seit 2016 schützt das EU-Gütesiegel „garantiert traditionelle Spezialität“ (g.t.S.) diese Wirtschaftsweise.

Damals erhielt die Arge Heumilch die Auszeichnung für Kuhmilch – als erstes Produkt im deutschsprachigen Raum. 2019 folgten Schaf- und Ziegenmilch. „Das EU-Gütesiegel g.t.S. auf der Verpackung schafft Transparenz und Vertrauen“, sagt Arge-Heumlich-Geschäftsführerin Christiane Mösl. Die Kennzeichnung unterstütze auch die Vermarktung.

Klare Regeln vom Hof bis zur Verarbeitung

Im Sommer fressen die Tiere frische Gräser und Kräuter, im Winter Heu. Silage und andere vergorene Futtermittel sind verboten. Das Heumilchregulativ legt die Anforderungen fest. Kontrolliert werden die Höfe und die Verarbeiter. So gelten die Vorgaben entlang der Wertschöpfungskette.

„Für unsere Heumilchbäuerinnen und -bauern schafft die europäische Anerkennung eine langfristige Perspektive“, betont Arge-Heumilch-Obmann Karl Neuhofer. 2025 brachte der Heumilchzuschlag laut Arge einen Mehrwert von 23 Millionen Euro. 70 Prozent der Mitgliedsbetriebe nutzen Photovoltaik. Laut einer Studie aus 2025 wollen 90 Prozent auch nach 2030 Heumilch erzeugen.

Nachfrage stärkt die Betriebe

Der Umsatz mit Heumilchprodukten stieg 2025 in Österreich um sechs Prozent auf rund 179 Millionen Euro. Die gesamte Menge wurde vermarktet, die Markenbekanntheit liegt bei über 90 Prozent. Rund 40 Prozent der Heumilch stammen aus biologischer Produktion.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig nennt die Heuwirtschaft eine „rot-weiß-rote Erfolgsgeschichte“. Sie verbinde regionale Lebensmittel und bäuerliche Wertschöpfung mit dem Erhalt von Wiesen, Almen und Biodiversität. Angesichts des Klimawandels brauche es widerstandsfähige Betriebe und verlässliche Rahmenbedingungen.

Andrä Rupprechter, zum Zeitpunkt der g.t.S-Zertifizierung Landwirtschaftsminister, betont den europäischen Schutz: „Der beste Beweis für eine erfolgreiche Agrarpolitik ist, wenn aus Schutz Wertschöpfung wird.“ Zehn Jahre nach der Anerkennung zeigt die Bilanz, dass Heumilch am Markt gefragt ist: 2025 stieg der Umsatz mit Heumilchprodukten im österreichischen Lebensmittelhandel auf rund 179 Millionen Euro.

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