Die bäuerliche Direktvermarktung hat sich in Österreich zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein entwickelt. Das zeigt eine aktuelle Studie der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ), die von KeyQUEST Marktforschung durchgeführt wurde. Demnach sind bereits 29 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich in der Direktvermarktung tätig. Im Durchschnitt erwirtschaften diese Betriebe 36 Prozent ihres Einkommens mit dem Verkauf eigener Produkte.
Fleisch, Eier und Getränke besonders gefragt
Das Angebot der Direktvermarkter ist vielfältig. Rund 40 Prozent der Betriebe verkaufen Fleisch und Fleischprodukte. Damit steht diese Produktgruppe an erster Stelle. Eier werden von 19 Prozent der Direktvermarkter angeboten, Fruchtsäfte und Wein jeweils von 18 Prozent. Auch bei Ölen, Gemüse und Gemüseprodukten sowie Teigwaren zeigt sich laut Studie ein positiver Trend. Milch und Milchprodukte belegen den fünften Platz im Produktangebot.
Zusätzliches Standbein stärkt die Betriebe
Die Direktvermarktung trägt wesentlich zur wirtschaftlichen Absicherung landwirtschaftlicher Betriebe bei. Laut Studie können zwei Drittel der Betriebe durch dieses zusätzliche Standbein ihre wirtschaftliche Situation absichern. Darüber hinaus entstehen durchschnittlich 0,91 zusätzliche Arbeitsplätze pro Hof.
Auch die Investitionen verdeutlichen die wirtschaftliche Bedeutung des Bereichs. In den vergangenen fünf Jahren haben die direktvermarktenden Betriebe durchschnittlich rund 60.000 Euro in diesen Geschäftszweig investiert, um ihre Angebote und Abläufe weiterzuentwickeln. Hochgerechnet auf rund 30.000 Betriebe ergibt sich daraus ein Investitionsvolumen von etwa 1,8 Milliarden Euro. 91 Prozent dieser Investitionen flossen an österreichische Unternehmen. Dadurch werden laut Studie rund 3.500 Arbeitsplätze in der vorgelagerten Wirtschaft gesichert.
Ab-Hof-Verkauf bleibt wichtigste Einkaufsform
Für Konsumentinnen und Konsumenten gibt es mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten, regionale Lebensmittel direkt von landwirtschaftlichen Betrieben zu beziehen. Der klassische Ab-Hof-Verkauf ist dabei weiterhin die häufigste Form: Bei 84 Prozent der befragten Direktvermarkter können die Produkte direkt am Bauernhof gekauft werden. Darüber hinaus gewinnen weitere Vertriebswege an Bedeutung. Selbstbedienungsläden, Verkaufsautomaten, Zustell- und Lieferservices sowie betriebseigene Online-Shops ergänzen das Angebot. Auch die Gastronomie ist ein wichtiger Absatzkanal: Bereits 32 Prozent der Direktvermarkter beliefern Gasthäuser und Restaurants mit ihren Produkten.
Regionale Lebensmittel auf kurzen Wegen
Die unterschiedlichen Verkaufsmöglichkeiten erleichtern den Zugang zu heimischen Lebensmitteln und ermöglichen einen flexiblen Einkauf. Davon profitieren auch Menschen, die wenig Zeit haben oder ihre Einkäufe unabhängig von klassischen Öffnungszeiten erledigen möchten.
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