Rebkrankheit

Copyright © AGES/H. Reisenzein

Goldgelbe Vergilbung der Rebe erstmals in Niederösterreich nachgewiesen

Wie die Landwirtschaftskammer NÖ mitteilt, ist die gefährliche Rebkrankheit im Bezirk Bruck an der Leitha festgestellt worden. Rasches und konsequentes Handeln zum Schutz des Weinbaus ist nun notwendig.

Die Goldgelbe Vergilbung (Grapevine flavescence dorée) zählt zu den gefährlichsten Rebkrankheiten Europas. Im Burgenland und in der Steiermark sowie in den Nachbarstaaten Tschechien und Slowakei hat sich die Goldgelbe Vergilbung bereits massiv ausgebreitet.  Die Krankheit kann nicht direkt bekämpft werden und hat in Europa bereits massive Schäden verursacht. Umso wichtiger sind präventive Maßnahmen.

Die NÖ Landesregierung und die Landwirtschaftskammer Niederösterreich haben ein Maßnahmenpaket erarbeitet. Dieses umfasst insbesondere rechtliche Vorgaben zum Einsatz von speziellen Pflanzenschutzmitteln, Melde- und gegebenenfalls Rodepflichten, gezielte Beratungsangebote, verstärkte Kontrollmaßnahmen sowie die Information von Weinbaubetrieben, Gemeinden und Besitzerinnen und Besitzern von Reben in Privatgärten.

Jeder Rebstock zählt – es kommt auf die Mithilfe aller an

Entscheidend ist nun die Mithilfe aller, die Reben besitzen – vom Weinbaubetrieb bis zum einzelnen Rebstock im Privatgarten. Denn jeder einzelne infizierte Rebstock kann zur weiteren Verbreitung der gefährlichen Goldgelben Vergilbung beitragen. Die Landwirtschaftskammer NÖ appelliert daher an alle Besitzerinnen und Besitzer von Reben: Rebstöcke aufmerksam auf Symptome hin kontrollieren und jeden verdächtigen Rebstock sofort melden bzw. Reben mit Symptomen zu roden.

„Wir können die Krankheit nicht direkt bekämpfen, aber wir können ihre Ausbreitung bremsen. Dafür müssen jetzt alle zusammenarbeiten. Je früher verdächtige Rebstöcke erkannt und gemeldet bzw. gerodet werden, desto größer ist unsere Chance, größere Schäden für den niederösterreichischen Weinbau zu verhindern“, sagt Johannes Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ.

Wie erkenne ich die Goldgelbe Vergilbung der Rebe?

Die Goldgelbe Vergilbung der Rebe wird durch zellwandlose Bakterien, sogenannte Phytoplasmen, verursacht. Hauptüberträger dieser Phytoplasmen ist die Amerikanische Rebzikade. Infizierte Reben sterben ab und stellen während dieser Zeit eine gefährliche Infektionsquelle für weitere gesunde Reben dar. Dadurch kann sich die Krankheit rasch ausbreiten und ganze Weingärten gefährden. Eine direkte Übertragung der Krankheit von Rebstock zu Rebstock ist nicht möglich – es ist immer die Übertragung durch die Amerikanische Rebzikade notwendig.

 Von der Goldgelben Vergilbung befallene Rebstöcke zeigen deutlich sichtbare Vergilbungen an den Blättern. Bei Weißweinsorten färben sich die Blätter gelblich, Rotweinsorten bekommen dunkelrote Blätter. Die Blätter rollen sich in weiterer Folge nach unten ein. Triebe verholzen nicht. Die befallenen Reben sterben ab.

Verdachtsfälle sofort melden

Der Verdacht auf Goldgelbe Vergilbung ist meldepflichtig. Verdächtige Rebstöcke müssen daher umgehend gemeldet werden. Das gilt in ganz Niederösterreich.

Kontakt für Verdachtsmeldungen: Landwirtschaftskammer Niederösterreich, Referat Wein- und Obstbau, Tel. 05 0259 22200

Alle Informationen zur Goldgelben Vergilbung der Rebe und zur Amerikanischen Rebzikade finden Sie unter: noe.lko.at/rebzikade

Copyright © LK Burgenland/Daniel Pachinger

Goldgelbe Vergilbung am einer Rotweinsorte

Weitere Artikel