Hitze und Trockenheit schaffen günstige Bedingungen für zahlreiche Schädlinge. Nach Einschätzung der IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) geraten dadurch immer mehr landwirtschaftliche Kulturen unter Druck. Gleichzeitig stehe den Betrieben wegen des Rückgangs zugelassener Pflanzenschutz-Wirkstoffe ein immer kleinerer Werkzeugkasten zur Verfügung.
Mehr Schädlinge, weniger Möglichkeiten
Trockenheitsgestresste Pflanzen seien anfälliger für Schädlinge, die sich durch milde Winter und steigende Temperaturen zunehmend ausbreiten. Nach Angaben der IGP zählen dazu unter anderem Japankäfer, Maiswurzelbohrer, Kartoffelkäfer, Tomatenminiermotte, Kirschessigfliege sowie verschiedene Blattlaus- und Thripsarten.
Auch Auswertungen der Europäischen Kommission und der Europäischen und Mediterranen Pflanzenschutzorganisation (EPPO) zeigen einen anhaltenden Trend. Zwischen 2022 und 2024 stieg die Zahl erstmals gemeldeter Schädlingsausbrüche kontinuierlich an. Registriert wurden unter anderem der Herbst-Heerwurm, der Japankäfer und weitere Fruchtfliegenarten.
Die IGP sieht darin ein wachsendes Problem. Hintergrund der Kritik ist die sinkende Zahl verfügbarer Wirkstoffe infolge auslaufender oder nicht verlängerter Zulassungen. „Es gibt einen Feuermelder, aber keinen Feuerlöscher“, sagt IGP-Obmann Christian Stockmar.
IGP fordert Kurswechsel
Nach Einschätzung der IGP könnten sich Schädlinge, Krankheiten und Unkräuter ohne ausreichende Bekämpfungsmöglichkeiten stärker ausbreiten. Die Folgen wären Ertrags- und Qualitätsverluste, steigende Produktionskosten sowie eine geringere Verfügbarkeit von Saatgut. Langfristig drohten eine sinkende Anbauvielfalt, mehr Importe und höhere Lebensmittelpreise.
Die IGP fordert deshalb wissenschaftlich fundierte und planbare Zulassungsverfahren, die den Anforderungen der landwirtschaftlichen Praxis Rechnung tragen. Nur mit einem ausreichenden Instrumentarium könnten Betriebe auch künftig hochwertige Lebensmittel unter den hohen europäischen Produktionsstandards erzeugen, betont Stockmar.
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