Steirische Apfelernte: Dürre lässt Erntemenge massiv sinken

Die steirischen Obstbauern rechnen heuer mit einer deutlich geringeren Apfelernte. Nach einem starken Vorjahr sorgen Spätfröste und die anhaltende Trockenheit für einen Einbruch der Erntemenge auf rund 90.000 Tonnen. Gleichzeitig gewinnt die Bewässerung im Obstbau weiter an Bedeutung.

Apfelernte Steiermark

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Die steirischen Obstbauern müssen heuer mit einer deutlich geringeren Apfelernte rechnen. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Steiermark wird die Erntemenge von 138.000 Tonnen im Vorjahr auf rund 90.000 Tonnen zurückgehen. Hauptursachen sind Spätfröste im Frühjahr sowie die lang anhaltende Trockenheit im Sommer. Darüber informierten Landwirtschaftskammer-Präsident Andreas Steinegger und Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer bei einem Lokalaugenschein am Obsthof Singer in der Oststeiermark, laut einer Presseaussendung der APA.

Die schwierigen Witterungsbedingungen bringen viele Obstbaubetriebe wirtschaftlich unter Druck. Steinegger appellierte deshalb an die Konsumentinnen und Konsumenten, bewusst zu heimischen Äpfeln zu greifen. Trotz der geringeren Erntemenge könne die Versorgung in Österreich sichergestellt werden. Die Früchte seien heuer allerdings vielfach kleiner ausgefallen. Schmiedtbauer verwies auf die Förderung von Bewässerungsanlagen. Das Land Steiermark übernehme bis zu 65 Prozent der Investitionskosten. Rund 200 Betriebe hätten dadurch bereits mehr als acht Millionen Euro in Beregnungssysteme investiert. Etwa ein Drittel der steirischen Obstbaubetriebe könne seine Anbauflächen mittlerweile künstlich bewässern.

Bewässerung wird immer wichtiger

Wie wichtig Wasservorsorge ist, zeigt der Obsthof Singer. Die Familie nutzt mehrere Speicherteiche zur Frostberegnung und Bewässerung, wobei vor allem junge Bäume auf zusätzliche Wasserversorgung angewiesen sind. Das Wasser stammt unter anderem von gesammeltem Regenwasser. Obstbauer Josef Singer bezeichnete den heurigen Sommer als besonders herausfordernd: Jeder Tropfen Wasser müsse sorgfältig genutzt werden. Ohne die Landesförderung wären die Investitionen in die Beregnungstechnik kaum möglich gewesen. Trotz der schwierigen Saison zeigt sich die Familie optimistisch. Hofladenbetreiberin Viktoria Singer betonte, dass die Konsumenten den Aufwand der heimischen Apfelproduktion zunehmend schätzten. Die Ernte begann heuer rund zwei Wochen früher als üblich. Äußerliche Schäden durch Frost oder Trockenstress beeinträchtigten zwar das Aussehen der Früchte, nicht jedoch deren Qualität. Laut Singer können gestresste Äpfel sogar einen höheren Gehalt an Antioxidantien entwickeln.

Die Steiermark bleibt mit rund 76 Prozent der österreichischen Apfelanbaufläche das wichtigste Anbaugebiet des Landes. Rund 900 Obstbaubetriebe bewirtschaften etwa 4.600 Hektar und sichern nach Angaben der Landwirtschaftskammer rund 3.000 Arbeitsplätze. Heimische Äpfel erreichen einen Inlandsmarktanteil von etwa 90 Prozent. Die wichtigsten Sorten sind Gala, Golden Delicious, Evelina, Braeburn und Elstar.

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