Die Blockade der Schwarzmeerroute belastet die Weizenexporte Russlands und der Ukraine. Nach Schätzung des Moskauer Forschungszentrums für Agrarökonomie Sovecon dürfte Russland im Oktober rund 2,5 Mio. Tonnen Weizen ausführen, 54 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Von Juli bis Oktober des Wirtschaftsjahres 2026/27 werden voraussichtlich 7,9 Mio. Tonnen exportiert (- 53% zum Vorjahreszeitraum). Die Ukraine kommt in diesem Zeitraum laut Sovecon auf etwa 3,6 Mio. Tonnen, ein Minus von 42Prozent. Grund sind die blockierten Häfen von Groß-Odessa. Beide Länder haben nur begrenzte Ausweichmöglichkeiten. Russland verlagert seine Ausfuhren auf Häfen im Nordwesten: Im September gingen rund 1,6 Mio. Tonnen über die Ostsee, im August waren es 0,4 Mio. Tonnen. Davon wurden etwa 1,2 Mio. Tonnen in russischen Häfen und 0,4 Mio. Tonnen über Terminals in Litauen und Lettland verschifft. Die baltischen Staaten forderten am 9. Oktober in einem gemeinsamen Brief an die EU-Kommission ein Transitverbot für russisches Getreide. Estland hat den Transit von russischem und belarussischem Getreide seit 1. Oktober national untersagt. Lettland verweist darauf, dass die Ware beim Transit oft schon internationalen Handelsunternehmen gehöre. Litauen plant kein nationales Verbot, drängt aber auf eine EU-weite Regelung. Die Ukraine weicht auf die Donauroute aus, die aber wegen Angriffen, Staus und niedriger Wasserstände nicht voll genutzt werden kann.
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