Schiff mit Soja wird entladen

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Sojaschrot kostet bis zu zwölf Prozent mehr

Logistikprobleme lassen die Preise für Eiweißfutter kräftig steigen. Die Landwirtschaftskammer OÖ fordert eine stärkere heimische Eiweißproduktion.

Die Versorgung heimischer Nutztierhalter mit Sojaextraktionsschrot wird schwieriger, die Preise steigen kräftig. Ursache ist laut Landwirtschaftskammer Oberösterreich nicht ein Mangel an Sojabohnen, sondern eine Reihe von Logistikproblemen. Niedrigwasser auf Rhein und Donau, kriegsbedingte Störungen der Transportwege über das Schwarze Meer und Ausfälle wichtiger Verarbeitungsstandorte bringen die Lieferketten unter Druck. „Obwohl weltweit ausreichend Sojabohnen vorhanden sind, ist es binnen weniger Wochen zu erheblichen Verwerfungen am Futtermittelmarkt gekommen“, betont LKOÖ-Präsident Franz Waldenberger.

Höhere Kosten treffen auf angespannte Marktlage

Die Preissteigerungen betreffen sämtliche Sojaschrotqualitäten. Sojaextraktionsschrot mit 44 Prozent Rohprotein kostet aktuell 500 bis 510 Euro je Tonne und damit circa zehn Prozent mehr als vor kurzem. HP-Sojaschrot mit 49 Prozent Rohprotein verteuerte sich um acht Prozent auf 520 bis 530 Euro. GMO-freies Sojaschrot kostet mittlerweile 565 bis 575 Euro je Tonne – ein Plus von zwölf Prozent.

Die höheren Kosten treffen die Tierhalter in einer ohnehin angespannten Marktlage. Ein Mastschwein benötigt während der gesamten Mast durchschnittlich 50 Kilogramm Sojaextraktionsschrot. Steigt der Preis je Tonne um 100 Euro, erhöhen sich die Kosten für dieses Eiweißfutter um circa fünf Euro je Mastschwein. In der Geflügelhaltung entfallen 70 bis 75 Prozent der variablen Kosten auf das Futter, circa 15 Prozent allein auf Eiweißfutter.

Aus Sicht der Landwirtschaftskammer müssen sich die steigenden Futterkosten daher letztlich auch im Erzeugerpreis niederschlagen.

Europäische Eiweißpflanzen stärken

„Die Versorgung der Nutztierhaltung darf nicht von einzelnen Transportachsen oder wenigen Verarbeitungsstandorten abhängen“, warnt Waldenberger. Europa müsse seine strategische Eigenversorgung stärken und die Widerstandsfähigkeit der Agrar- und Ernährungswirtschaft erhöhen.

Die Landwirtschaftskammer OÖ fordert daher den Erhalt regionaler Verarbeitungsstandorte, Investitionen in widerstandsfähige Transportinfrastrukturen und eine stärkere heimische sowie europäische Eiweißpflanzenproduktion. Ackerbohnen, Erbsen und Rapsprodukte sollen dazu beitragen, die Abhängigkeit von Importen zu verringern.

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