Die anhaltende Konjunkturschwäche und ein schwieriges internationales Marktumfeld belasten den Schnittholzabsatz und drücken auf die Preise für Nadelsägerundholz. Anders präsentiert sich die Situation bei Faser- und Industrieholz: Aufgrund geringerer Einschnittmengen der Sägewerke und einer steigenden Pelletsproduktion ist die Nachfrage nach diesen Sortimenten derzeit hoch. „Beim Sägerundholz müssen wir mit einem etwas schwächeren Preisniveau rechnen, gleichzeitig bietet die starke Nachfrage nach Faserholz gute Absatzchancen“, erklärt LKOÖ-Präsident Franz Waldenberger. Er appelliert an die Waldbesitzer, notwendige Durchforstungen konsequent umzusetzen.
Sägerundholzpreise stark unter Druck
Zu Jahresbeginn sorgten steigende Preise und günstige Bringungsverhältnisse durch Frostperioden für attraktive Bedingungen bei der Holzernte. Das hohe Holzaufkommen im ersten Quartal führte zu gut gefüllten Lagern der Sägeindustrie. Ab Mai folgten Preisrücknahmen beim Nadelsägerundholz. Mit Beginn des vierten Quartals hat sich die Situation weiter verschärft.
Neben der schwachen Wirtschaftslage belastet auch das internationale Marktumfeld den Absatz. Durch den Irankrieg drängen zusätzliche Holzmengen aus anderen Staaten nach Mitteleuropa, die ursprünglich für den Nahen Osten bestimmt waren. Aktuell liegt der Preis für das Leitsortiment Fichte, Güteklasse B, Media 2b, bei 115 bis 120 Euro je Festmeter und damit etwa zehn Euro unter dem Niveau zu Jahresbeginn.
„Die Unsicherheit auf den Schnittholzmärkten und das zuletzt hohe Rundholzaufkommen prägten die aktuellen Verhandlungen“, sagt Franz Kepplinger, Obmann des Waldverbandes OÖ.
Die Rundholzzufuhr zu den Sägewerken war hoch, die Lager seien gut gefüllt. Zudem sei der Anteil an Käferholz gegenüber den Vorjahren gestiegen, wenngleich die Schadmengen geringer ausgefallen sind, als auf Grund der Trockenheit befürchtet wurde.
Wie sich die Käfer-Situation weiterentwickelt, hänge stark vom Witterungsverlauf und der Wasserversorgung im Winter und kommenden Frühjahr ab.
Bei Laubbäumen wurden heuer häufig vorzeitiger Blattfall und Blattnekrosen festgestellt. Ob die Trockenheit lediglich Zuwachsverluste verursacht hat oder auch zum Absterben von Ästen und ganzen Bäumen führt, bleibe abzuwarten.
Gute Absatzchancen bei Industrieholz
Deutlich besser entwickelt sich der Markt für Industrieholzsortimente. Nadelindustrieholz erzielt derzeit zwischen 90 und 95 Euro je Atrotonne. Für frisches Nadelfaserholz wird aktuell 115 Euro je Atrotonne bezahlt – das sind etwa 25 Euro mehr als zu Jahresbeginn.
Für Waldbesitzer ergeben sich damit interessante Möglichkeiten, notwendige Pflegemaßnahmen wirtschaftlich zu nutzen. Bei der Planung der Winternutzungen sollte laut Kepplinger allerdings nicht nur die Marktlage berücksichtigt werden: „Bei den anstehenden Nutzungen sollte der Fokus auf Waldflächen mit hohem Borkenkäferrisiko sowie auf notwendigen Pflegemaßnahmen liegen.“ Zugleich sei die weitere Entwicklung des Holzmarktes aufmerksam zu beobachten: „Wir müssen mit dem Markt umgehen können“, so der BWV-Obmann.
Schwieriger gestalte sich hingegen die Vermarktung von Starkholz. Hier empfiehlt sich eine frühzeitige Abstimmung mit dem Waldhelfer, um geeignete Absatzmöglichkeiten zu prüfen. Auch bei Laubholz bestehen Unterschiede zwischen den Baumarten. Eiche und Esche sind in nahezu allen Qualitäten stark gefragt. Bei anderen Laubholzarten konzentriert sich das Interesse überwiegend auf hochwertige Qualitäten. Für Esche konnten zudem Preissteigerungen erreicht werden.
Massive Erleichterung bei Entwaldungsverordnung
Fortschritte gibt es bei der Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR). Durch die bäuerliche Interessenvertretung und eine Allianz mehrerer EU-Länder konnte ein weiterer Aufschub erreicht werden. Zudem wurden Erleichterungen für Kleinst- und Kleinprimärerzeuger beschlossen. In Österreich fallen darunter alle bäuerlichen Waldbesitzer und zahlreiche Forstbetriebe.
„Für diese Betriebe reicht es, eine vereinfachte Erklärung abzugeben, um Holz rechtskonform auf den Markt zu bringen“, erläutert Waldenberger. Die ursprünglich vorgesehene genaue Geolokalisierung jeder Lieferung wurde durch die Betriebsanschrift ersetzt. Waldbesitzer müssen weiterhin einmalig eine Identifikationsnummer beantragen und diese an den Holzkäufer weitergeben.
Ab Anfang November sollen dafür mit dem Internetportal eudr-meldung.at des Landwirtschaftsministeriums und der PEFC-Datenbank für zertifizierte Waldbesitzer zwei praxistaugliche Werkzeuge zur Verfügung stehen. Damit wird der Holzverkauf für bäuerliche Waldbesitzer gegenüber den ursprünglichen Plänen deutlich weniger bürokratisch.
OÖ. Landeswaldbauerntag
Der Landeswaldbauerntag findet heuer am 12. November in der Kürnberghalle in Leonding statt. Fachvorträge: Wie man durch die Umsetzung klarer Bewirtschaftungskonzepte den Wald der Zukunft sichert und Chancen für den Werkstoff Laubwertholz.
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