Die Lage der heimischen Schweinehalter hat sich weiter zugespitzt. Allein in der vergangenen Schlachtwoche sank der Schweinepreis um zwölf Cent je Kilo Schlachtgewicht auf aktuell 1,52 Euro. Damit liegt der durchschnittliche Preis um 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau und um 25 Prozent unter jenem von 2024. „Unsere Schweinehalter stehen bereits seit mehreren Monaten unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Dass sich die Situation nun neuerlich verschärft, trifft die Betriebe in einer Phase, in der viele ohnehin schon mit den Folgen der Dürre zu kämpfen haben und notwendige Investitionen anstehen“, erklärt LKOÖ-Präsident Franz Waldenberger.
Denn neue gesetzliche Vorgaben machen bei vielen Betrieben Stallumbauten und Modernisierungen notwendig. Bis 2034 müssen österreichische Schweinehalter dafür zwischen 500.000 und zwei Millionen Euro pro Familienbetrieb investieren. „Wer in zeitgemäße Stallungen investieren will, muss zuvor die Möglichkeit haben, Eigenkapital aufzubauen. Bei einem Schweinepreis auf diesem Niveau ist das schlicht nicht machbar“, betont Waldenberger.
Preisdruck zieht sich bis zu Ferkelerzeuger durch
Der aktuelle Preisrückgang ist bereits der zweite deutliche Einbruch innerhalb weniger Monate. Schon im Juni war der Schweinepreis innerhalb weniger Wochen um 14 Cent je Kilo Schlachtgewicht gesunken. Nach einer kurzen, nur geringfügigen Erholung folgte nun der nächste Rückschlag.
Europaweit steigt derzeit das Angebot an schlachtreifen Schweinen, während sich die Exportsituation schwieriger gestaltet. Der erhoffte Warenfluss nach Asien ist bislang ausgeblieben. Gleichzeitig müssen die Betriebe mit gestiegenen Kosten kalkulieren.
Der Preisdruck setzt sich bis zur Ferkelerzeugung fort. Wegen der niedrigen Schweinepreise und gestiegenen Futterkosten wird die Einstellbereitschaft der Mäster zunehmend zurückhaltend. Die geringere Nachfrage drückt wiederum auf die Ferkelpreise. Die heimische Ferkelnotierung sank zuletzt um 40 Cent auf 2,25 Euro. In der spezialisierten Ferkelerzeugung ist die Wirtschaftlichkeit im laufenden Jahr damit bereits deutlich unterdurchschnittlich.
Die Landwirtschaftskammer fordert deshalb ein Investitionsförderprogramm mit deutlich höheren förderbaren Investitionssummen und einem spürbar erhöhten Fördersatz bis 2034. Andernfalls sieht sie die heimische Eigenversorgung entlang der bäuerlichen Produktionskette gefährdet.
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