Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasend schnell weiter und erreicht mittlerweile viele Lebensbereiche und Wirtschaftssektoren. Auch in der Landwirtschaft verspricht sie Erleichterung und Effizienzsteigerung. Dass das in vielen Bereichen auch zutrifft, wurde bei der Fachveranstaltung „AI meets Agriculture“ diese Woche am Francisco Josephinum Wieselburg deutlich. Von intelligenten Maschinen und autonomen Robotern über den gezielten Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln bis hin zu datenbasierten Entscheidungen in der Betriebsführung reichen die Möglichkeiten.
„Künstliche Intelligenz bietet enorme Chancen, unsere Landwirtschaft effizienter, ressourcenschonender und wettbewerbsfähiger zu machen. Entscheidend ist, dass der technologische Fortschritt bei allen Bäuerinnen und Bauern ankommt. Besonders für unsere kleinstrukturierten Familienbetriebe brauchen wir Lösungen, die einfach, leistbar und auf die betrieblichen Bedürfnisse zugeschnitten sind“, erklärte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig am Montag vor Journalisten. Ein Beispiel dafür sei das am Francisco Josephinum entwickelte System „TerraZo“. Mithilfe künstlicher Intelligenz können landwirtschaftliche Betriebe damit Düngeapplikationskarten erstellen und so ihre Düngereffizienz steigern.
Neue Professur
Laut LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf nimmt das Land dafür auch zusätzliches Geld in die Hand: „Wir gründen eine Stiftungsprofessur für datenzentrierte Künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft am Campus Josephinum der Fachhochschule Wiener Neustadt und stellen dafür vom Land Niederösterreich 1,5 Millionen Euro zur Verfügung.“ Ziel sei es, moderne Technologien mit agrarischem Know-how zu verbinden, um den Betrieben „das Leben leichter zu machen“ und die Versorgungssicherheit zu stärken.
Zusätzlich sucht man hierzulande den Austausch mit einschlägigen, innovativen Projekten und Unternehmen. Künftig macht man mit drei von der EU und Österreich kofinanzierten Initiativen gemeinsame Sache. „Wir möchten unsere Kompetenzen und Infrastrukturen so miteinander vernetzen, dass Unternehmen für ihre konkreten Herausforderungen auf das jeweils passende Angebot zugreifen können, egal an welchen Partner sie sich als erste Anlaufstelle wenden“, fasst es Heinrich Prankl, Leiter der Forschungsabteilung am Francisco Josephinum und Geschäftsführer von Josephinum Research, zusammen.
Um die gewonnenen Erkenntnisse direkt an die Bäuerinnen und Bauern weiterzugeben und verstärkt in der Beratung zu berücksichtigen, gibt es an den Höheren land- und forstwirtschaftlichen Schulen einen Schwerpunkt im Bereich Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Datenkompetenz.
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