Spätabends im Zug von Salzburg Richtung Niederösterreich. Euphorisiert von einer Podiumsdiskussion am Fest der Bio Austria lasse ich den Abend Revue passieren. Alles drehte sich um die Frage „Kalbs- oder Sellerieschnitzel auf dem Teller?“. Es ging um Tierwohl, Gemüsevielfalt, Genuss und irgendwann um die Frage, wer das alles zahlen und überhaupt wertschätzen soll, wenn so viele doch hauptsächlich billig einkaufen. Wenn die meisten im Alltag so unendlich weit weg sind von der Landwirtschaft, ihren Sorgen und Lebensrealitäten.
Zwei meiner Gesprächspartner – beide jung, engagiert – betonten, wie wichtig ihnen der Kontakt mit ihren Kunden ist. Peter Forsthuber (Biohof Allmansgrub) meinte sogar, er würde die Sache ganz sein lassen, stände er als Direktvermarkter nicht ständig im Austausch mit denen, die sein Gemüse kaufen. Auch Katharina Lettner vom Geisbichlhof betonte, wie wichtig es ihr ist, Schulklassen auf ihrem Heumilchbetrieb zu haben. Die Frage, ob sie nicht Angst hat, ein untypisches Bild von Landwirtschaft zu vermitteln, wenn diese Kinder einmal in vier Jahren Volksschulzeit einen Hof besuchen und das dann ausgerechnet ihrer ist, hätte zu weit geführt. Die eine Landwirtschaft gibt es ohnehin nicht. Und ich denke, dass der einzige Ausweg aus diesem Schlamassel möglichst viel Kontakt zwischen Produzent und Konsument ist. Trotzdem ist ein halber Tag am Hof zu wenig. Wir sollten von Waldorfschulen lernen und Betriebe sollten nach Möglichkeit eine „Patenklasse“ haben: eine Schulklasse, die regelmäßig auf den Hof kommt.
:format(jpeg):quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))