Über den Tellerrand

Porträt Clemens Wieltsch

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Zu langsam, zu spät, zu wenig. All das hört man dieser Tage im Gespräch mit Praktikern, wenn es um die Hilfsmaßnahmen rund um die – nunmehr nachgewiesenermaßen – extremste Dürre geht, die Österreich jemals erlebt hat. Wer dieser Tage durch die am meisten betroffenen Regionen der Republik reist, weiß auch warum. Die verdörrten Maisbestände oder das, was nach der Noternte oder dem Mulcher davon noch übrig ist, lassen das Bauernherz alles andere als höherschlagen. In anderen Sommerungen sieht es nicht wesentlich besser aus, von den kläglichen, verbrannten Grünlandbeständen ganz zu schweigen. Insofern ist der Aufschrei, die Erleichterungen der Immergrün-Maßnahme im ÖPUL betreffend, verständlich. Natürlich kam die temporäre Entbindung von der Anbauverpflichtung für Teilnehmer (unter bestimmten Voraussetzungen) spät, nach der Gerste sogar zu spät. Der Punkt ist der: Sie kam.

Das sieht in anderen, ebenso betroffenen Ländern anders aus. Hier lohnt ein Blick über den Tellerrand. Die deutschen Berufskollegen etwa suchen solche Erleichterungen noch vergeblich. Vereinfachungen gibt es im KULAP, dem deutschen Agrarumweltprogramm, vorerst nur bei der Futternutzung für Biodiversitätsflächen, und das auch nur in Bayern und Baden-Württemberg. Selbiges gilt auch bei den staatlichen Hilfen. Während hierzulande auf Regierungsebene täglich verhandelt wird, behält sich der deutsche Landwirtschaftsminister Alois Rainer in Berlin noch Bedenkzeit bis zum Monatsende vor. Erst dann werde entschieden, ob eine nationale Notlage vorliegt.

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