Steht die heimische Schweinehaltung am Scheideweg? Einerseits brechen die Preise ein, andererseits verlangen neue gesetzliche Vorgaben Millioneninvestitionen. Wer unter solchen Bedingungen noch in die Zukunft investieren soll, braucht mehr als Durchhalteparolen. Denn österreichische Schweinehalter sollen mehr leisten als ihre Mitbewerber in anderen EU-Ländern, stehen aber am Markt unter demselben Preisdruck. Der Handel kauft oft dort ein, wo es am billigsten ist. Die Mehrkosten heimischer Produktion lassen sich so kaum erwirtschaften. Daher dürfen die notwendigen Investitionen nicht allein den Bäuerinnen und Bauern überlassen werden. Natürlich kann nicht jede schlechte Marktphase mit öffentlichen Geldern abgefedert werden. Aber als die gesetzlichen Vorgaben für mehr Tierwohl beschlossen wurden, ist man davon ausgegangen, dass Konsumenten bereit sein würden, die höheren Kosten mitzutragen. Diese Erwartung hat sich bisher leider nicht erfüllt.
Besonders bitter wäre es, wenn gerade jene bäuerlichen Familienbetriebe aufgeben, die ihre Ställe noch weiterführen möchten, aber vor unfinanzierbaren Investitionen stehen. Daher wäre es sinnvoll, die Übergangsfristen zu überdenken und höhere Standards erst dann verpflichtend vorzuschreiben, wenn ein Betrieb ohnehin in einen neuen Stall investiert. Denn mit jedem Betrieb, der aussteigt, wird es schwieriger, die heimische Produktion und Versorgung langfristig abzusichern.
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