Das Agrarjahr 2026 brach alle Negativ-Rekorde. Mit mehr als 40 Hitzetagen, Temperaturen jenseits der 40 Grad Celsius und regional mehr als 75 Prozent Niederschlagsdefizit haben die Bauern mit den spürbaren Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen. Laut Hagelversicherung fielen die Grünlanderträge im Bundesmittel um 45 Prozent geringer aus, regional ist das Defizit noch größer. Damit zählt das Grünland zu den am meisten von der Dürre geschädigten Kulturen.
Problematische Witterung für Dauergrünland
Begonnen hat das Schlamassel heuer schon früh. Nach einem vergleichsweise frühen Vegetationsstart blieb die Entwicklung der Grünlandbestände zunächst hinter den Erwartungen zurück. Fehlende Niederschläge in Verbindung mit niedrigen Temperaturen begrenzten das Wachstum des ersten Aufwuchses. In den darauffolgenden Wochen änderte sich die Witterung grundlegend: Aus der kühlen Frühjahrstrockenheit entwickelte sich eine ausgeprägte Kombination aus Hitze und Wassermangel. Besonders drastisch zeigte sich dies nördlich des Alpenhauptkammes.
Für das Grünland ist eine solche Witterungsabfolge besonders kritisch. „Produktive Grünlandbestände sind auf eine ausreichende und möglichst kontinuierliche Wasserversorgung während der gesamten Vegetationsperiode angewiesen“, wissen die Experten der HBLFA Raumberg-Gumpenstein. Wassermangel begrenze das Pflanzenwachstum unmittelbar und beeinflusse damit sowohl den mengenmäßigen Ertrag als auch die weitere Bestandesentwicklung. Die Wissenschafter führen seit Juli bereits Erhebungen auf Betrieben in mehreren Regionen durch, um eine langfristige Folgenabschätzung geben zu können. Indes rieten die LK-Fachberater im Spätsommer zu einer Bestandessanierung auf besonders geschädigten Flächen.
Schwerpunkt auf der Agraria
Auch auf der Fachmesse Agraria im oberösterreichischen Wels wird Ende November über die Thematik informiert. „Die intensiv geführte Grünlandbewirtschaftung steht vor neuen Herausforderungen. Antworten und Lösungen wird man in Wels bekommen“, heißt es vom Veranstalter. Zahlreiche der insgesamt 410 Aussteller beschäftigen sich mit allem, was man rund um die Grünlandwirtschaft braucht. Neben der Technik zur Nachsaat und Pflege beraten Aussteller aus den Bereichen Saatgut und Düngung sowie die Landwirtschaftskammer Oberösterreich, wie man künftig auch bei zunehmenden Trockenperioden das Grünlandpotential ideal nutzen kann. Im Bereich Smart Farming präsentieren Aussteller Daten- und Fuhrparkmanagement, Dünger- und Ertragskartierung sowie Lösungen zur teilflächenspezifischen Grünlandnachsaat. Ausgestellt wird konkret:
Das gesamte Marken- und Produktprogramm der Futtererntekette
Nachsaattechnik zur Pflege intensiv bewirtschafteter Grünlandbestände
Präsentation von neuen Gräser- und Kräutermischungen mit maximaler Trockenstresstoleranz
Digitale Lösungen zur teilflächenspezifischen Grünlandbewirtschaftung und Verfahrensoptimierung
Lösungen für Weidemanagement und Tiererkennung
Beratung zu Dünge- und Pflanzenschutzstrategien in der Intensivgrünlandbewirtschaftung
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