Mais abtanken

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Ernte 2026: Sommerungen schwächeln deutlich

Extreme Wetterbedingungen setzten den heimischen Herbstkulturen zu. Die Ernteerwartungen bei Mais, Soja, Zuckerrübe, Sonnenblume und Erdäpfeln liegen deutlich unter den Vorjahreswerten.

Trockenheit und Hitze setzen den heimischen Herbstkulturen massiv zu. Die Folgen sind auf vielen Feldern unübersehbar. Wochenlange Trockenheit, extreme Hitze und ein von Spätfrösten geprägtes Frühjahr haben die Bestände an ihre Grenzen gebracht. Besonders auf leichten Böden war das pflanzenverfügbare Wasser früh aufgebraucht, teils vertrockneten Kulturen vollständig.

Kalte Nächte und Spätfröste führten dazu, dass Bestände teilweise neu angebaut werden mussten. Die verspätet entwickelten Pflanzen kamen bei der Blüte in die Phase der Extremhitze. Das erschwerte die Befruchtung und drückte die Erträge zusätzlich. „Die Missernte der Herbstkulturen fällt noch dramatischer aus, als befürchtet“, erklärt LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger.

Mais massiv unter Druck

Beim Mais zeigt sich die Wucht der Trockenheit besonders deutlich. Die Ernteerwartung liegt bei rund 1,5 Mio. Tonnen oder sogar darunter. Im Vorjahr waren es noch mehr als 2,5 Mio. Tonnen. Manche Bestände bildeten wegen Hitze und Wassermangel keine Kolben. Flächen, die ursprünglich für die Körnerernte vorgesehen waren, wurden teilweise für die Rinderfütterung siliert. Das reduziert die für die Körnerproduktion verfügbare Menge zusätzlich.

Soja vor deutlichem Rückgang

Auch Soja konnte den extremen Bedingungen wenig entgegensetzen. Während der Blüte reagiert die Pflanze empfindlich auf extreme Hitze. Teilweise wurden Hülsen abgeworfen, zudem blieb die Kornausbildung schwach. Nach knapp 246.000 Tonnen im Jahr 2025 werden heuer nur rund 125.000 Tonnen erwartet.

Zuckerrübe mit starken regionalen Unterschieden

Bei der Zuckerrübe reichen die erwarteten Ertragseinbußen von rund 30 Prozent in besseren Lagen bis zu 70 Prozent in trockenen Gebieten. Die Wasserversorgung war heuer vielerorts problematisch. Insgesamt dürfte die Erntemenge von rund 1,98 Mio. Tonnen auf etwa 940.500 Tonnen sinken.

Sonnenblume ebenfalls betroffen

Selbst die vergleichsweise trockenheitsverträgliche Sonnenblume geriet heuer massiv unter Druck. Erste Ertragsmeldungen lagen deutlich unter 1.000 Kilogramm je Hektar, während der Fünfjahresschnitt bei rund 2.700 Kilogramm liegt. Gegenüber dem Vorjahr wird mit Einbußen von etwa 35 bis 50 Prozent gerechnet.

Erdäpfel mit deutlichen Ertragseinbußen

Besonders dramatisch ist die Lage bei den Erdäpfeln. Aktuelle Schätzungen gehen von einem Ertragsrückgang von 50 bis 70 Prozent aus. Neben der geringeren Menge bereitet auch die Qualität Sorgen. Kleinere oder verformte Knollen könnten verstärkt vermarktet werden, um die heimische Versorgung abzusichern.

Die Zahlen sind noch nicht endgültig. Bei mehreren Herbstkulturen stehen Ernte und Ertragserhebung noch aus. Die hier angeführten Informationen, Einschätzungen und Zahlen stammen von der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ). Die aktuellen Entwicklungen zeigen zugleich die Bedeutung von Maßnahmen zur Anpassung der Landwirtschaft an zunehmende Wetterextreme – etwa durch Investitionen in Böden, Wasser, Forschung, Züchtung und Risikomanagement. Ziel ist es, die Produktionsgrundlagen langfristig zu stärken und die heimische Lebensmittelproduktion abzusichern.

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