Bachl, Kamptner, Mayr vor Ropa-Roder

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Erdäpfelernte 2026: Triste Bilanz

Die LK Niederösterreich und die InteressenGemeinschaft Erdäpfelbau (IGE) ließ im Weinviertel das Erdäpfeljahr Revue passieren. Für die Absicherung der Eigenversorgung sieht man politischen Handlungsbedarf.

Als ernüchternd bezeichnen LK und IGE die Bilanz der diesjährigen Erdäpfel-Anbausaison. Nach zunächst guten Bedingungen beim Legen im Frühjahr, folgten ab Juni dann Hitze und Trockenheit. Ab Juli setzten den Beständen neuerlich extreme Hitze und hohe Temperaturen zu. Erst im September brachten Niederschläge Entspannung – für das Wachstum der Erdäpfel kamen sie jedoch zu spät, erklärte man vergangene Woche vor Journalisten bei einem Lokalaugenschein in Niederfellabrunn.

350.000 Tonnen fehlen

LK-Vizepräsident Lorenz Mayr betonte: „Das heurige Jahr zeigt sehr deutlich, unter welchem Druck die Landwirtschaft steht. Wo Wasser fehlt, können wir Bäuerinnen und Bauern selbst mit bestem Know-how keine Erträge herbeizaubern.“ Die Haupternte der Speiseerdäpfel sei mittlerweile auf den meisten Betrieben abgeschlossen, nur noch spätere Sorten für die Speiseindustrie und Stärkeproduktion werden noch geerntet. Fest steht, die Ernte fällt deutlich kleiner aus als im Vorjahr. Waren es 2025 noch 813.000 Tonnen, erwartet Statistik Austria heuer lediglich eine Erntemenge von 468.000 Tonnen. Deutlich weniger als in einem durchschnittlichen Jahr (rund 700.000 t).

Zu den Mindererträgen kommen erschwerend vermehrt Fraßschäden durch den Drahtwurm hinzu. „Wenn in einem ohnehin ertragsschwachen Jahr zusätzlich ein erheblicher Teil der Erdäpfel aussortiert werden muss, trifft das die Betriebe doppelt. Auch für diese Erdäpfel wurden Boden, Wasser, Energie, Betriebsmittel und Arbeitszeit eingesetzt“, so Mayr.

Qualitätsfrage noch offen

IGE-Obmann Michael Bachl sieht deshalb auch die Abnehmerseite gefordert: „Wir erwarten, dass die Erzeugerpreise für heimische Ware zumindest auf dem Niveau möglicher importierter Erdäpfel liegen.“ Gerade in einem Ausnahmejahr wie heuer müsse heimischer Ware der Vorzug gegeben werden. Wie hoch die Absortierungen der Ernte sein werden, könne man derzeit noch nicht final einschätzen. Entsprechend sei auch noch offen, wie lange heimische Speisekartoffeln zur Verfügung stehen.

Wie eine Branchenumfrage der IGE zeigt, wartet die Praxis dringend auf eine Handhabe gegen den Drahtwurm. „40 Prozent der befragten Betriebe geben an, ihre Erdäpfelfläche weiter reduzieren zu wollen, wenn es nicht bald Möglichkeiten zur Bekämpfung gibt“, weiß IGE-Geschäftsführerin Anita Kamptner. Ähnlich dringend sei auch die Frage der Wasserversorgung. Für Mayr reicht die ohnehin schon praktizierte, einzelbetriebliche Anpassung allein nicht aus. „Wir brauchen eine langfristige Strategie – von effizienten Lösungen auf den Betrieben über regionale Projekte bis hin zu einer überregionalen Wasserinfrastruktur. Wer auch in 20 Jahren Lebensmittel aus Niederösterreich will, muss heute die Voraussetzungen dafür schaffen“, so der designierte LK-Präsident.

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