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Sortentipps für den Durum- und Dinkelanbau 2026

Winterdurum und Winterdinkel sind bei Getreide-Spezialisten beliebte Alternativen zum Weichweizen. Welche neuen Sorten und alte Bekannte für den Anbau 2026 zur Verfügung stehen.

Hartweizen ist aufgrund des oft höheren Produktpreises eine interessante Alternative zum Weichweizen und wird unter anderem für die Herstellung von Teigwaren verwendet. Die dafür geforderten Werte für Glasigkeit, Fallzahl und Hektolitergewicht können im Pannonikum meist erzielt werden. Heuer fielen die Erträge zwar niedriger aus, die Qualität litt aber nicht wie im Vorjahr unter den Niederschlägen zur Ernte.

Bei der Kulturführung ist auf die höhere Anfälligkeit für Mehltau und Ährenfusarium zu achten und gegebenenfalls sind Fungizidbehandlungen, wie eine Ährenbehandlung bei regnerischer Witterung zur Blüte, einzuplanen. Von einem Anbau nach Vorfrucht Mais oder Weizen, vor allem ohne entsprechende Bodenbearbeitung, ist abzuraten. Schließlich sollte auf eine rechtzeitige Ernte des reifen Hartweizens bei unbeständiger Wettervorhersage geachtet werden, um Qualitätsverluste zu vermeiden.

Durum-Sorten

Der mittelfrühe Sambadur besitzt ein hohes Ertragspotential, Blattkrankheiten fordern ihn jedoch stark. Von Ährenfusarium wird er im Vergleich zu anderen Sorten weniger infiziert. Der kurzwüchsige Auradur reift früh und ist gut bis mittel standfest. Für Blattkrankheiten ist er mittelstark bis sehr stark anfällig. Tennodur neigt mittelstark zu Lager und ist bei hohem bis sehr hohem Ertragspotential im Trockengebiet die früheste Sorte im Sortiment. Der standfeste Calzodur wurde im Dezember 2025 zugelassen und liefert hohe Kornqualitäten. Braunrost kann er mittelgut abwehren, Mehltau und Gelbrost können stärker schädigen.

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Virus bei Durumweizen

Bei zeitig angebauten Sortenversuchen – die Aussaat erfolgte von 7. bis 10. Oktober – wurden heuer im Frühjahr Symptome von Verzwergung festgestellt. Die Analyse im Labor ergab einen Befall mit Weizenverzwergungsvirus („wheat dwarf virus“, WDV). Diese Krankheit wird von Zwergzikaden, genauer der Wandersandzirpe (Psammotettix alienus), durch längeres Saugen übertragen. Infizierte Pflanzen vergilben, bleiben im Wuchs zurück und bilden keine richtigen Ähren aus. Ein warmer Herbst begünstigt eine rege Aktivität der Zikaden und damit ein höheres Risiko einer Virusübertragung. Es empfiehlt sich die Hinweise des Pflanzenschutzwarndienstes unter warndienst.at zu beachten und bei nachgewiesenem Auftreten des Virus und entsprechender Witterung den Anbauzeitpunkt später anzusetzen.

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WDV-Symptome waren heuer bei zeitig angebautem Durum zu beobachten.

Dinkel

Nach dem deutlichen Flächenzuwachs im Vorjahr wurde heuer wieder um etwa 2.500 Hektar mehr Dinkel angebaut. Dinkel ist eine interessante Kultur für Betriebe mit Spezialvermarktung oder Teilnahme an der ÖPUL-Maßnahme „Seltene landwirtschaftliche Kulturpflanzen“. Neben den traditionellen österreichischen Sorten stehen mittlerweile moderne Züchtungen zur Verfügung, die bei Standfestigkeit und Ertrag klare Fortschritte zeigen.

Lohengrin ist im Sortiment die früheste Sorte in der Reife und hat ein für Dinkel relativ stabiles Stroh. Gelbrost kann er gut abwehren. Bei Regen zur Ernte kann die Kornqualität allerdings rasch abnehmen. Der vergleichsweise kurzwüchsige Noricum überzeugt mit der niedrigsten Lageranfälligkeit des Sortiments. Zugleich verfügt er über ein hohes Ertragspotenzial und eine geringere Gelbrostanfälligkeit. Bei feuchter Witterung sollte wegen seiner sehr hohen Auswuchsneigung zügig geerntet werden. Die leistungsfähige Sorte Paracelsus überzeugt ebenfalls durch eine verbesserte Standfestigkeit. Sie hat eine geringere Auswuchsneigung als die anderen neuen Sorten und punktet in der Korn­qualität.

Die älteren Sorten Attergauer Dinkel, Ebners Rotkorn, Ostro und Steiners Roter Tiroler zeichnen sich durch hohe bis sehr hohe Proteingehalte aus, besitzen aber einen langen Wuchs und eine ausgeprägte Lagerneigung. Attergauer Dinkel liefert besonders hohe Proteingehalte, Ebners Rotkorn kombiniert diese mit guten Hektolitergewichten. Ostro ist seit Jahrzehnten bewährt und bildet dinkeltypische Körner mit hoher Qualität. Steiners Roter Tiroler punktet vor allem mit seiner Auswuchsfestigkeit und einer Gelbrostanfälligkeit, die geringer ist als die der anderen älteren Sorten. Im Ertrag bleiben die vier traditionellen Sorten meist hinter den neueren Züchtungen zurück, sind aber im ÖPUL prämienfähig.

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Sortentipps für WinterweizenDie Ergebnisse der diesjährigen Sortenwertprüfung

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