Von 5. bis 9. Oktober 2026 steht österreichweit die Woche des Schutzwaldes im Zeichen jener Wälder, die für die Sicherheit des alpinen Lebens- und Wirtschaftsraums eine zentrale Rolle spielen. In Tirol sind rund 41 Prozent der Landesfläche bewaldet, mehr als 70 Prozent des Tiroler Waldes erfüllen vorrangig Schutzfunktionen. Sie schützen Siedlungen, Verkehrswege und Infrastruktur vor Steinschlag, Schneerutschen, Hangbewegungen oder Muren.
Copyright © BFI Osttirol
Auf rund sechs Hektar ist der Waldbestand weitgehend ausgefallen - auch durch den Befall vom Borkenkäfer.
„Der Schutzwald ist Tirols natürlicher Schutzschild und zentrale kritische Infrastruktur zur Sicherung unseres Lebens- und Wirtschaftsraums. Damit dieser Schutzschild auch in Zukunft funktioniert, müssen wir heute die notwendigen Weichen für morgen stellen“, betont Forst- und Sicherheitsreferent LH-Stv. Josef Geisler.
Wetterextreme, Borkenkäfer und andere Schadereignisse setzen den Beständen zu. Wo größere Flächen ausfallen, geht es deshalb nicht nur um Waldpflege, sondern auch um die Sicherheit darunterliegender Straßen, Siedlungen und Infrastruktur.
Wenn der Schutzwald ausfällt
Wie anspruchsvoll solche Situationen werden können, zeigt der Vigeinwald im Villgratental. Er liegt unmittelbar oberhalb der L273 Villgratentalstraße im Gemeindegebiet von Heinfels und wurde bereits 1987 zum Bannwald erklärt.
In den vergangenen Jahren wurde der Bestand insbesondere durch Borkenkäfer stark geschädigt. Auf rund sechs Hektar ist der Waldbestand weitgehend ausgefallen. Damit entstand nicht nur eine Lücke im Schutzwald. Abgestorbene Bäume können bei Sturm oder Nassschnee selbst zur Gefahr für die darunterliegende Straße werden.
Borkenkäfer, Trockenheit, Sturmereignisse und weitere Schadfaktoren können über Jahrzehnte gewachsene Waldstrukturen innerhalb kurzer Zeit verändern.
LH-Stv. Josef Geisler
Die Aufarbeitung des Schadholzes ist deshalb ein wichtiger Schritt. Einfach ist sie nicht: Das Gelände ist steil, die Fläche nicht über Forststraßen erschlossen und unmittelbar darunter verläuft die Landesstraße. Um das Holz aus dem Hang zu bringen und notwendige Sperren möglichst kurz zu halten, kamen zwei Seilkräne parallel zum Einsatz.
Viele Beteiligte, ein Ziel
Bei solchen Arbeiten greifen mehrere Bereiche ineinander. Waldeigentümer, Landesforstdienst, Straßenverwaltung, Verkehrsbehörde, ausführende Unternehmen und weitere Fachstellen müssen sich eng abstimmen. Bezirksforstinspektor Hubert Sint verweist gerade bei schwierigen Bringungsverhältnissen auf die Bedeutung von Wissen und Erfahrung aller Beteiligten.
Auch die Wildbach- und Lawinenverbauung ist eingebunden. In besonders gefährdeten Bereichen können forsttechnische Maßnahmen zusätzliche Sicherheit schaffen, bis sich der Wald wieder entsprechend entwickelt hat.
Die Woche des Schutzwaldes reicht von 5. bis 9. Oktober 2026.
:quality(60))
In den vergangenen Jahren wurde der Bestand des Vigeinwalds durch massive Schäden, insbesondere durch Borkenkäfer, stark beeinträchtigt.
:quality(60))
Nach dem Schadholz beginnt der nächste Schritt
Mit der Aufarbeitung ist die Arbeit im Vigeinwald nicht beendet. Danach geht es um den Aufbau eines neuen, stabilen und klimafitten Bestandes. Vorgesehen sind standortgerechte Mischbaumarten, die Pflege der jungen Bäume und eine langfristige fachliche Begleitung.
„Der Vigeinwald steht stellvertretend für viele Herausforderungen, mit denen Schutzwälder in Tirol konfrontiert sind. Borkenkäfer, Trockenheit, Sturmereignisse und weitere Schadfaktoren können über Jahrzehnte gewachsene Waldstrukturen innerhalb kurzer Zeit verändern. Umso wichtiger sind rechtzeitige Maßnahmen und eine nachhaltige Bewirtschaftung“, ist LH-Stv. Geisler überzeugt und betont abschließend: „Der Erhalt der natürlichen Schutzfunktion unserer Wälder ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Das Land Tirol steht Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern auch künftig beratend und unterstützend zur Seite. Nur im guten Zusammenspiel aller Beteiligten können wir die Schutzwälder langfristig erhalten und damit einen wichtigen Beitrag für einen sicheren Lebens- und Wirtschaftsraum in Tirol leisten.“
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))