Forstarbeiter im Wald

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Tödliche Waldarbeit: Wie man Gefahren erkennt und Risiken vermeidet

Mit praxisnahen Schulungen und speziellen Sicherheitstechniken unterstützt die Landwirtschaftskammer OÖ Waldbewirtschafter dabei, Gefahren zu reduzieren und schwere Unfälle bei der Forstarbeit zu verhindern.

Wer im Wald arbeitet, lebt gefährlich. Fundierte Ausbildung, regelmäßige Weiterbildung und der richtige Umgang mit der Motorsäge sind entscheidend, um Unfälle zu vermeiden. Mit dem Praxistreff „Sichere Waldarbeit“ setzt die Landwirtschaftskammer Oberösterreich gezielt auf Unfallprävention und mehr Sicherheit im Forst.

Mit Wissen und Übung die Risiken reduzieren

„Jeder vermeidbare Unfall im Wald ist einer zu viel. Mit dem notwendigen Fachwissen, praktischer Übung und einer guten Vorbereitung können Risiken deutlich reduziert werden. Deshalb unterstützen wir gezielt Schulungs- und Weiterbildungsangebote für Waldbewirtschafter. Ziel ist es, die Sicherheit bei der Waldarbeit zu erhöhen und Unfälle bestmöglich zu vermeiden“, betont Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Waldenberger.

Bei den Praxistreffs geht es darum, wie man Gefahren erkennt, bevor sie zu einem Unfall führen. Die halbtägigen Veranstaltungen finden direkt im Wald statt. Sie werden bezirksweise organisiert und sind für Teilnehmende kostenlos.

Gemeinsam mit Forstberatern der Landwirtschaftskammer und erfahrenen Trainern lernen die Teilnehmenden, Arbeitsabläufe zu planen, Gefahren frühzeitig zu erkennen und Fällsituationen richtig einzuschätzen – ganz ohne selbst zur Motorsäge zu greifen.

„Viele schwere Unfälle wären durch eine bessere Einschätzung der Gefahren und die konsequente Einhaltung von Sicherheitsregeln vermeidbar“, sagt Günter Affenzeller, Forstberater der Landwirtschaftskammer OÖ.

Jeder vermeidbare Unfall im Wald ist einer zu viel. Mit dem notwendigen Fachwissen, praktischer Übung und einer guten Vorbereitung können Risiken deutlich reduziert werden. Deshalb unterstützt die Landwirtschaftskammer Oberösterreich gezielt Schulungs- und Weiterbildungsangebote für Waldbewirtschafter.

Franz Waldenberger

Präsident Landwirtschaftskammer OÖ

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Demonstration an einer Schnittschutzhose

Schutzausrüstung nutzen - und den "SVS-Sicherheitshunderter"

Eine passende persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist bei der Waldarbeit unerlässlich. Dazu gehören ein Schutzhelm mit Gesichts- und Gehörschutz, Handschuhe, eine Schutzjacke in Signalfarbe, Schnittschutzhose und Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen und geeignetem Profil. Schutzhelme müssen je nach Modell nach vier bis fünf Jahren ausgetauscht werden. Beschädigte Schnittschutzeinlagen dürfen nicht repariert werden – die Hose muss ersetzt werden. Übrigens: Oft wird zwar der Helm benutzt, nicht aber der am Helm angebrachte Gehörschutz. Der Lärm der Motorsägenarbeit wird einfach ausgeblendet. Langfristig kommt es dadurch aber zur Schwerhörigkeit.

Die Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) setzt mit dem „Sicherheitshunderter“ einen wichtigen Anreiz für mehr Arbeitssicherheit und unterstützt unfallversicherte Land- und Forstwirte beim Ankauf von Schutzausrüstung wie Forsthelmen, Schnittschutzhosen oder Forstsicherheitsschuhen mit bis zu 100 Euro Förderung.

Spezialmethode für mehr Sicherheit

Die sogenannte „Königsbronner Anschlagtechnik“ ist eine spezielle Methode zum sicheren Befestigen eines Seiles an Bäumen bei der Holzernte. Diese wurde entwickelt, um den Motorsägenführer beim Fällen von stärkerem oder problematischem Holz besser zu schützen. Dabei wird das Zugseil einer Seilwinde bereits am stehenden Baum mit einer speziellen Anschlagtechnik befestigt, sodass der Baum frühzeitig unter kontrollierten Zug gebracht werden kann. Die Person, welche das Zugseil befestigt, muss sich dafür nicht im unmittelbaren Gefahrenbereich des später fallenden Baumes aufhalten. Mithilfe der Königsbronner Anschlagtechnik kann das Seil relativ hoch am Baum angebracht werden, ohne dass dafür eine Leiter notwendig ist.

„Man darf sich nicht selbst überschätzen und schwierige Situationen um jeden Preis selbst lösen wollen. Bei kniffligen Bäumen ist es keine Schande Profis zu Hilfe zu holen, die bei der Fällung besonders gefährlicher Bäume unterstützen", so der forstliche Praxistrainer Gerhard Fragner

Traurige Bilanz

In Österreich sterben jährlich durchschnittlich 34 Menschen bei der Waldarbeit. Besonders gefährlich sind die Monate Jänner bis März (40 % der tödlichen Unfälle) sowie September bis November (27 %). Die häufigste Unfallursache sind Fällarbeiten: 2025 standen rund 60 % der tödlichen Forstunfälle mit unkontrolliert umstürzenden oder verkeilten Bäumen in Zusammenhang. Etwa 30 % wurden durch Fehlbedienungen oder technische Defekte verursacht. Ein weiteres Risiko ist die Alleinarbeit, da jeder zweite tödlich Verunglückte ohne Begleitperson arbeitete.

Wichtige Regeln für die Forstarbeit

  • Gefahren bei Seilwinden: Bei der Arbeit mit Seilwinden ist besondere Vorsicht geboten. Kein Aufenthalt unter bewegten Lasten, im Seilwinkel oder im Gefahrenbereich des Traktors . Reißende Seile, wegspringende Holzstücke oder kippende Traktoren können schwere Verletzungen verursachen.

  • Beinaheunfälle ernst nehmen: Beinaheunfälle sollten nicht einfach vergessen werden. Es ist wichtig, die Ursachen zu untersuchen und aus den Fehlern zu lernen. Dadurch können Gefahren frühzeitig erkannt und zukünftige Unfälle vermieden werden.

  • Ausbildung und Erfahrung: In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass Personen ohne ausreichende Ausbildung oder Erfahrung Waldarbeiten durchführen. Sichtbar wird das oft am Schnittbild oder an den verbleibenden Stöcken. Fehlendes Fachwissen und Selbstüberschätzung erhöhen das Unfallrisiko. Bei schwierigen oder gefährlichen Arbeiten sollten professionelle Forstfachkräfte hinzugezogen werden. "Ein wichtiger Grundsatz: Wer sich unsicher fühlt, sollte professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen. Bei der Waldarbeit gibt es bei schwerwiegenden Fehlern oft keine zweite Chance", so Affenzeller.

  • Dürre Äste beachten: Abgestorbene Äste - aktuell etwa durch das Eschentriebsterben - und geschädigte Bäume stellen eine große Gefahr dar. Abgestorbene Kronenteile oder instabile Stammbereiche lassen schwer abschätzbare Gefahren entstehen. Dürräste, die scheinbar ohne Vorwarnung herabfallen können - sogenannte "Witwenmacher" - gehören zu den häufigsten Ursachen schwerer Verletzungen bei der Arbeit in geschädigten Beständen.

  • Waldsperren respektieren: Während der Holzernte müssen Waldgebiete häufig gesperrt werden. Trotzdem können Wanderer, Radfahrer oder andere Waldbesucher unerwartet in den Gefahrenbereich gelangen. Deshalb ist es wichtig, aufmerksam zu bleiben und die Arbeiten so zu organisieren, dass niemand gefährdet wird.

Termine

Die einzelnen Termine sind unter dem QR-Code abrufbar. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, es ist dafür auch keine Anmeldung notwendig. Nähere Informationen zu den Terminen (Treffpunkt, Adressen) gibt es bei den Forstberatern der BBK oder beim LFI-K Kundenservice unter Tel. 050 6902 1500.

www.ooe.lfi.at

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