Arbeiten im Holzergraben

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Tirol investiert in Schutzbauten: 4,9 Millionen Euro für den Holzergraben

In Tirol sichern rund 45.000 Schutzbauten Menschen und Infrastruktur vor Naturgefahren. Damit sie ihre Wirkung auch in Zukunft behalten, fließt mittlerweile die Hälfte der Mittel der Wildbach- und Lawinenverbauung in die Erhaltung bestehender Anlagen.

Erhaltung und Sanierung stehen auch im Auffacher Holzergraben in der Wildschönau im Mittelpunkt. Die Aufzeichnungen über Ereignisse reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, 1893 gab es zwei Todesopfer. In der Folge wurden zahlreiche Schutzmaßnahmen umgesetzt. Dazu zählt die 1966 errichtete Geschieberückhaltesperre, die durch zahlreiche Ereignisse im Laufe der Jahrzehnte stark beansprucht wurde. Seit 2025 läuft die Sanierung und Erneuerung der Schutzbauwerke. Zuständig ist die Gebietsbauleitung Unteres Inntal der Wildbach- und Lawinenverbauung mit Sitz in Wörgl. Die Gesamtkosten liegen bei rund 4,9 Millionen Euro, die Fertigstellung inklusive Nacharbeiten ist bis 2031 geplant.

Naturgefahren – ein ständiger Begleiter

Projekt- und Finanzierungspartner sind der Bund, das Land Tirol, die Landesstraßenverwaltung Tirol, die Gemeinde Wildschönau und die Marktgemeinde Kundl. „Naturgefahren waren in Tirol seit jeher ein ständiger Begleiter. Das Gefahrenbild und das Gefahrenpotenzial verändern sich aufgrund des Klimawandels. Es gilt, das hohe Schutzniveau an die aktuellen Anforderungen anzupassen. Bei der Sicherheit setzt das Land Tirol den Sparstift nicht an. Wir räumen dem Schutz der Bevölkerung sowie des Lebens- und Wirtschaftsraumes höchste Priorität ein. Bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen wird so naturschonend und ökologisch wie möglich gearbeitet“, betont LH-Stv. Josef Geisler.

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Lokalaugenschein im Holzergraben in der Wildschönau (v.l.): Kurt Berek (Bezirkshauptmann Kufstein), LH-Stv. Josef Geisler, Anton Hoflacher (Bürgermeister Kundl), Hannes Eder (Bürgermeister Wildschönau) und Gebhard Walter (Leiter Sektion Tirol der WLV)

Wildschönaus Bürgermeister Hannes Eder streicht die Bedeutung des Projekts für die Gemeinde hervor: „Die Sanierung der Schutzbauten im Holzergraben stellt eine zentrale Maßnahme zum Schutz des Ortszentrums von Auffach dar. Ich bedanke mich bei allen Finanzierungspartnern für die Unterstützung sowie bei der Gebietsbauleitung der Wildbach- und Lawinenverbauung für die professionelle Umsetzung.“

Auch der Kundler Bürgermeister Anton Hoflacher begrüßt die Maßnahmen am Holzergraben: „Die Marktgemeinde Kundl als Unterlieger an der Kundler Ache profitiert natürlich ebenfalls von der Sicherung der Zuläufe in der Wildschönau. Deshalb haben wir uns schon im Jahr 1966 aktiv an den Kosten für die Errichtung und Instandhaltung der Schutzbauten im Holzergraben beteiligt.“

Wichtige Aufgabe

Gebhard Walter, Leiter der Sektion Tirol der WLV: „Viele unserer Bauwerke stammen aus den 1960er und 1970er Jahren, und kommen jetzt in ein Alter, in dem sie saniert werden müssen. Die Erhaltung des Bestands wird daher auch in den kommenden Jahren eine unserer wichtigsten Aufgaben bleiben.“ Zuständig für die Erhaltung der Schutzbauten sind die Gemeinden. Die WLV unterstützt sie dabei, den Zustand der Bauwerke zu bewerten, und plant und setzt die nötigen Projekte gemeinsam mit ihnen um. „Entscheidend ist, dass alle Beteiligten zusammenarbeiten“, so Walter. „Am Holzergraben zeigt sich das gut: Nur weil Bund, Land und Gemeinde gemeinsam finanzieren, ist das Projekt in dieser Form möglich.“

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Im Mittellauf werden 33 doppelwandige Holzsperren saniert oder neu gebaut.

Aufwendige Arbeiten im steilen Gelände


Die Arbeiten der WLV im Holzergraben haben mehrere Schwerpunkte, berichtet David Forstlechner, stellvertretender Gebietsbauleiter Unteres Inntal: „Aktuell läuft der Neubau der großen Geschieberückhaltesperre, dazu kommen sieben neue Konsolidierungssperren.“ Sie stabilisieren das Bachbett. Außerdem werden bestehende Konsolidierungssperren saniert und das Ufer gesichert, damit kein zusätzliches Material mitgeschwemmt wird. Im Mittellauf werden 33 doppelwandige Holzsperren saniert oder neu gebaut. „Wir arbeiten teilweise in sehr steilem Gelände. Das macht die Bauarbeiten entsprechend aufwendig“, so Forstlechner.

Über die Wildbach- und Lawinenverbauung, Sektion Tirol

Die Wildbach- und Lawinenverbauung ist eine nachgeordnete Dienststelle des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung und Infrastruktur vor Naturgefahren. Die Sektion Tirol mit ihrem Hauptsitz in Innsbruck umfasst fünf Gebietsbauleitungen in Lechaschau, Imst, Innsbruck, Wörgl und Lienz. Im Bereich der Sektion Tirol sind insgesamt 65 TechnikerInnen und Verwaltungsbedienstete sowie 190 Mitarbeiter auf den Baufeldern tätig. Die Sektion Tirol betreut 2.320 Wildbach- und 2.694 Lawineneinzugsgebiete mit einer Gesamtfläche von 11.510 Quadratkilometern, das entspricht etwa 91 Prozent der Landesfläche Tirols. Die Gebietsbauleitung Unteres Inntal betreut 50 Gemeinden mit 487 Wildbach- und 239 Lawineneinzugsgebieten.

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