BBK-Obmann Christian Zierler, Bezirksbäuerin und Abgeordente zum Nationalrat Bettina Zopf und LK-Präsident Franz Waldenberger

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Bezirk Gmunden: Bauern schaffen die Basis für den Tourismus

Das Dürrejahr 2026 erfordert Anpassungsfähigkeit von bäuerlichen Betrieben. Solidarität, Innovationen und Wissen können wichtige Werkzeuge sein.

Das Dürrejahr 2026 geht an keinem Bauernhof des Landes spurlos vorüber. So bereitet es auch den landwirtschaftlichen Betrieben in Gmunden nach wie vor Sorgen. „Selbst im Inneren Salzkammergut, das üblicherweise kaum mit Wassermangel zu kämpfen hat, war das Niederschlagsdefizit heuer deutlich spürbar“, sagt Gmundens BBK-Obmann Christian Zierler.

Ein Beispiel für bäuerliche Solidarität

Futter zukaufen oder Tierbestände reduzieren? Diese Frage stellen sich viele in den Grünlandregionen. Ein Beispiel für bäuerliche Solidarität erlebten Bauern zum Beispiel in St. Wolfgang. So wurde in den Ackerbauregionen des Bezirks auf abgeernteten Getreidefeldern – insgesamt knapp 50 Hektar – Feldfutter angebaut, das zweimal geerntet werden kann, bevor im nächsten Frühling Mais oder Soja ausgesät wird.

Der Bezirk Gmunden ist mit 1.432 Quadratkilometern der flächenmäßig größte Bezirk Oberösterreichs. Rund 80.000 Hektar, also zu knapp 56 Prozent, sind mit Wald bedeckt. Landwirtschaftlich zählt Gmunden zu den vielfältigsten Bezirken: Vom alpinen Bereich und extremen Bergbauerngebieten im Inneren Salzkammergut mit Tierhaltung mit eigentlich allen landwirtschaftlichen Tierarten über Fischerei, einen starken forstwirtschaftlichen Flächenanteil bis hin zu spezialisiertem Ackerbau mit Getreide und Ölsaaten sowie Sonderkulturen und Gemüse ist im Bezirk Gmunden alles anzutreffen. Neben der Urproduktion spielen auch Direktvermarktung, Green Care und Urlaub am Bauernhof (siehe Infobox) eine tragende Rolle.

„Die zunehmenden Wetterextreme zeigen, dass unsere bäuerlichen Familienbetriebe vor immer größeren Herausforderungen stehen. Die Konsumenten geben mit ihrer Kaufentscheidung jedes Mal einen Produktionsauftrag. Wer regionale Lebensmittel kauft, stärkt die heimische Landwirtschaft“, ist Zierler überzeugt.

Frauen sind die "tragenden Säulen"

Bettina Zopf, Vorsitzende des Bäuerinnenbeirates im Bezirk Gmunden, verweist auf das Engagement der Bäuerinnen. Besonders das aktuelle Jahr der Bäuerinnen biete sich dazu an, die Frauen als „tragende Säulen“ auf den Betrieben wahrzunehmen, die sich neben der Arbeit am Hof auch im Dialog mit der Konsumentenschaft federführend sind.

„Viele Menschen wollen ihre Betriebe innovativ und zukunftsorientiert ausrichten. Genau diesen Unternehmergeist fördern und begleiten wir als Bezirksbauernkammer, damit wir aus den Herausforderungen von heute die Erfolge von morgen machen“, betont Zierler.

Oberösterreichs LK-Präsident Franz Waldenberger verweist darauf, dass die Landwirtschaft auch Basis für den Tourismus ist. „Eine gepflegte Kulturlandschaft entsteht nicht von selbst, sondern wird Tag für Tag von den bäuerlichen Familienbetrieben erhalten. Solche Leistungen müssen auch künftig durch Ausgleichszahlungen abgegolten werden“, so Waldenberger in Richtung der künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik.

Wirtschaftsfaktor Urlaub am Bauernhof

Urlaub am Bauernhof verbindet im Bezirk Gmunden Landwirtschaft, Tourismus und regionale Entwicklung und stellt für Bauernfamilien ein zusätzliches Standbein dar. Das regionale Gästeausgabenvolumen wird mit acht Millionen Euro beziffert, die Buchungsumsätze steigen: Von Jänner bis Ende September 2026 konkret um 25 Prozent. Aktuell verzeichnet der Bezirk 35 Urlaub am Bauernhof-Mitgliedsbetriebe mit 460 Betten. Die Agrarstrukturerhebung 2020 wies 113 Betriebe mit bäuerlicher Vermietung auf. Urlaub am Bauernhof-Betriebe erwirtschaften etwa 40 Prozent ihres Einkommens durch die Gästebeherbergung. Somit trägt der Tourismus dazu bei, Betriebe langfristig weiterzuführen. „Urlaub am Bauernhof stärkt bäuerliche Familienbetriebe schafft Wertschöpfung in der Region und bringt zugleich Menschen die Landwirtschaft wieder näher“, ist Bettina Zopf, Vorsitzende des Bäuerinnenbeirates, überzeugt.

Der Bezirk Gmunden in Zahlen

  • Almfläche: 1.414 ha

  • Grünland: 8.391 ha

  • Acker: 8.195 ha

  • Wald: 80.000 ha

  • Tierbestand: 14.080 Rinder, 62.851 Schweine, 7.671 Schafe 1.166 Ziegen

  • Förderanträge: 1.230

  • 20 Gemeinden, 19 Ortsbauernschaften

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