Bunte Wildblumenwiese mit gelben, weißen und lila Blüten vor blauen Solarpanelen eines Solarparks.

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Kritik an Photovoltaik auf Agrarflächen in Tirol

Vor der Verhandlung zur geplanten Agri-PV-Anlage in Mils Anfang November fordern LAbg. Andreas Kirchmair und LK-Präsident NR Josef Hechenberger, Photovoltaik auf Dächer und bereits verbaute Flächen zu konzentrieren.

In Mils bei Hall ist eine Agri-Photovoltaikanlage auf 15 Hektar landwirtschaftlicher Vorsorgefläche geplant. Senkrecht aufgestellte PV-Paneele sollen eine Doppelnutzung ermöglichen: Neben der Stromgewinnung soll die Fläche laut Projektwerber weiterhin landwirtschaftlich bewirtschaftet werden. Anfang November findet die Verhandlung nach dem Tiroler Elektrizitätsgesetz statt. Kammerpräsident Josef Hechenberger und LAbg. Andreas Kirchmair lehnen dieses Vorhaben ab.

Agri-PV in Mils: Kirchmair befürchtet Einschränkungen für Landwirtschaft

„Hier geht es um besten ackerfähigen Boden, den wir für die Lebensmittelproduktion brauchen. Durch eine solche Anlage wird die landwirtschaftliche Nutzung stark eingeschränkt“, kritisiert Kirchmair. Die vom Projektwerber angekündigte Doppelnutzung räumt seine Bedenken nicht aus. Er befürchtet, dass die Paneele die Möglichkeiten der Bewirtschaftung erheblich begrenzen.

Die Lebensmittelproduktion ist eine der Kernaufgaben unserer Landwirtschaft. ... Deshalb werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass auf landwirtschaftlichen Vorsorgeflächen keine PV-Freiflächenanlagen entstehen.

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LK-Präsident NR Josef Hechenberger

Für den Abgeordneten steht das Vorhaben auch im Widerspruch zum Anspruch, landwirtschaftliche Flächen langfristig zu sichern. „Wir haben in Tirol einen enormen Druck auf die wenigen verfügbaren Flächen. Mit den landwirtschaftlichen Vorsorgeflächen bekennen wir uns bewusst zu einer flächendeckenden Landwirtschaft. Dann müssen wir diese Böden auch für die landwirtschaftliche Produktion erhalten.“

LK-Präsident Hechenberger fordert Schutz der Vorsorgeflächen

LK-Präsident NR Josef Hechenberger verweist auf die grundsätzliche Position der bäuerlichen Interessenvertretung. Die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Tirol habe sich bereits in einer Resolution gegen PV-Freiflächenanlagen auf landwirtschaftlichen Vorsorgeflächen ausgesprochen.

„Die Lebensmittelproduktion ist eine der Kernaufgaben unserer Landwirtschaft. Damit unsere Betriebe diese Aufgabe auch künftig erfüllen können, müssen die dafür notwendigen Flächen erhalten bleiben. Deshalb werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass auf landwirtschaftlichen Vorsorgeflächen keine PV-Freiflächenanlagen entstehen.“

Photovoltaik gehört auf Dächer und verbaute Fläche, nicht auf landwirtschaftliche Flächen, auf denen Lebensmittel produziert werden. Wir müssen Energie dort gewinnen, wo es sinnvoll ist.

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Andreas Kirchmair, Abgeordneter zum Tiroler Landtag

Photovoltaik in Tirol: Dächer statt landwirtschaftlicher Flächen

Kirchmair betont sein Bekenntnis zum Ausbau erneuerbarer Energie. „Wir brauchen alternative Energieformen und den Ausbau der Wasserkraft. Bei der Photovoltaik gibt es noch großes Potenzial auf Dachflächen und anderen bereits verbauten Flächen. Dieses Potenzial müssen wir nutzen.“

Für Anlagen auf landwirtschaftlichen Produktionsflächen spricht er sich hingegen klar gegen einen weiteren Ausbau aus. „Photovoltaik gehört auf Dächer und verbaute Fläche, nicht auf landwirtschaftliche Flächen, auf denen Lebensmittel produziert werden. Wir müssen Energie dort gewinnen, wo es sinnvoll ist.“

Dabei gehe es auch um die Versorgung der Bevölkerung mit regionalen Lebensmitteln. Eine aktive Landwirtschaft brauche dafür gesicherte Produktionsgrundlagen. „Gerade in unsicheren Zeiten müssen wir uns auf die heimische Lebensmittelproduktion verlassen können. Das hat uns die Corona-Pandemie vor wenigen Jahren deutlich vor Augen geführt. Wenn wir unsere Abhängigkeit von Importen verringern wollen, müssen wir die knappen landwirtschaftlichen Flächen in Tirol erhalten und für die Erzeugung von Lebensmitteln nutzen.“

Kirchmair sieht beim Milser Vorhaben vorrangig ein privates betriebswirtschaftliches Interesse. Dem stehe aus seiner Sicht das öffentliche Interesse am Erhalt landwirtschaftlicher Produktionsflächen gegenüber.

Sorge um Kulturlandschaft und weitere Agri-PV-Projekte in Tirol

Hechenberger und Kirchmair warnen zudem gemeinsam vor möglichen Auswirkungen über die Gemeindegrenzen hinaus. „Welche Folgewirkungen ein solches Projekt für den Bezirk und für ganz Tirol haben kann, lässt sich heute noch gar nicht abschätzen. Wenn weitere Anlagen dazukommen, geraten unsere landwirtschaftlichen Produktionsflächen zunehmend unter Druck.“

Auch die Auswirkungen auf das Landschaftsbild bereiten Sorgen. „Eine Anlage in dieser Größenordnung ist ein massiver Eingriff in unsere gewachsene Tiroler Kulturlandschaft“, sagt Kirchmair. Der Bauernbund positioniere sich deshalb klar gegen solche Vorhaben auf landwirtschaftlichen Flächen.

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