Grundlsee

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Kleinlandwirte wollen schleichendes Bauernsterben nicht hinnehmen

Der Landschaftspflegefonds ist in der Steiermark ein einzigartiger Verein und unterstützt in der Gemeinde Grundlsee die Kleinstbauern, damit sie nicht mit der Viehhaltung aufhören.

Grundlsee ist landschaftlich unvergleichbar schön! So steht es auf der Homepage der Gemeinde. Bürgermeister Franz Steinegger ist aber besorgt, dass sich das ändert. Zwischen 1990 und 2020 hat sich in Grundlsee die Anzahl der für die Gemeinde typischen Kleinbauern auf 25 halbiert: „Diese Hofschließungen erfolgen leise und schleichend.“

Dabei sind es gerade die Bauern, die mit ihrer Arbeit und ihren Tieren so viel für die Landschaft, die Almen und das bäuerliche Leben tun. Die Frage, warum immer mehr mit der Tierhaltung aufhören, beschäftigt Steinegger – selbst Kleinbauer – schon seit Jahren. Seine Erklärung: „Weil wir davon nicht leben können.“

Spenden und Patenschaften

Er und andere Bauern wollten sich mit dieser Situation nicht abfinden und gründeten vor sechs Jahren den Verein Landschaftspflegefonds. „Einerseits wollen wir in der Gesellschaft ein Bewusstsein dafür schaffen, wie es den Bauern geht und warum viele Kleinbauern aufhören. Auf der anderen Seite wollen wir durch Spenden und Patenschaften Geld sammeln, damit Grundlseer Kleinbauern weitermachen.“

Derart kamen im ersten Jahr 1.181 Euro zusammen. 2024 waren es 30.000 Euro und 2025 schon 50.000 Euro. Steinegger dazu: „Wir haben das Geld auf unsere Kleinbauern aufgeteilt. Einzige Bedingung ist, dass sie nicht mit der Tierhaltung aufhören.“ Und er nennt – auch wenn es utopisch klingt – als Ziel ein halbes Grundeinkommen für jede Grundlseer Bauernfamilie.

Verkaufsgemeinschaft

Dass fremde Menschen bereit sind, Geld dafür auszugeben, um die Kulturlandschaft rund um den Grundlsee zu erhalten, hat auch bei den Bauern zu einer Bewusstseinsänderung geführt. Projekte wie die Verkaufsgemeinschaft „Grundlseer Rind für Grundlseer Teller“ sind entstanden. „Wir wollen als Leuchtturm-Projekt wahrgenommen werden und bewirken, dass sich das auch in politischen Entscheidungen niederschlägt“, erklärt Steinegger. „Bis es soweit ist, hackeln wir durch.“ Und er freut sich, dass es inzwischen in Bad Goisern ein ähnliches Projekt gibt. Auch aus Gemeinden in Kärnten, Tirol und Salzburg hat Steinegger schon Anfragen bekommen.

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