Siegfried Huber

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PFAS im Blut: Wen trifft die Schuld?

Ewigkeitschemikalien und deren Rückstände erhitzen in der Kärntner Agrarpolitik die Gemüter.

In der Bundeshauptstadt waren PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) und deren Abbauprodukt TFA bereits im Vorjahr umfassend diskutiert worden. Nun erreicht die Debatte auch die Landeshauptstadt Klagenfurt.

Bei PFAS handelt es sich um Stoffe, die in Bratpfannen, in Kleidung, Backpapier, allen wasser- oder fettabweisenden Materialien, in der Elektronik, in Batterien und Fahrzeugen, in Arzneimitteln, aber auch in Pflanzenschutzmitteln Verwendung finden. Das Problem: Die Stoffe sind schwer abbaubar und hitzebeständig, jedoch im Boden und Wasser mobil.

Den Grünen ist die Stoffgruppe schon länger ein Dorn im Auge. Deren Landessprecherin, Olga Voglauer, ließ ihr Blut auf Rückstände testen und kommunizierte die Ergebnisse medienwirksam. Demnach hat Voglauer niedrige Werte von PFAS im Blut, Medienberichten zufolge jedoch „unter den Richtwerten“. Es sei nicht mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu rechnen. Voglauer kritisiert dennoch, dass die Stoffe nach wie vor in Pflanzenschutzmitteln Verwendung finden und ortet Handlungsbedarf.

LK übt Kritik

Das möchte LK-Präsident Siegfried Huber so nicht stehen lassen: „Die Bäuerinnen und Bauern stehen angesichts von Dürre, Wetterextremen und massivem wirtschaftlichem Druck ohnehin mit dem Rücken zur Wand. In dieser Situation ein Thema medial hochzuspielen und der Landwirtschaft dabei den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist ein Hohn.“ Huber verweist darauf, dass laut Europäischer Chemikalienagentur nur rund zwei Prozent der in allen Lebensbereichen vorkommenden PFAS-Chemikalien Pflanzenschutzmitteln zuzurechnen seien.

Der Landwirtschaft den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist ein Hohn.

Siegfried Huber

Er unterstreicht außerdem die geringen Mengen an hierzulande generell ausgebrachten Pflanzenschutzmitteln. „Mehr als drei Viertel der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Kärnten werden überhaupt nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Jene Betriebe, die Pflanzenschutzmittel einsetzen, unterliegen strengen gesetzlichen Vorgaben und müssen über entsprechende Sachkunde und Schulungen verfügen.“

Der LK-Chef ortet einen „sommerlichen Frühstart in den LK-Wahlkampf“ und warnt vor Falschinformationen: „Als Landwirtin muss ihr bekannt sein, dass der überwiegende Anteil dieser Chemikalien nicht in der Landwirtschaft eingesetzt wird.“ Wer die PFAS-Problematik ernsthaft lösen wolle, müsse vielmehr die Industrie in die Pflicht nehmen, ist er überzeugt. Diese sei in der Pflicht, sichere Produkte auf den Markt zu bringen. Wenn PFAS tatsächlich ein relevantes Umwelt- und Gesundheitsproblem darstellen, müsse zuallererst die chemische Industrie Anpassungen vornehmen.

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