Schilf-Glasflügelzikade

Copyright © Michael Schönitzer

Neue Gefahr für Ackerbau: Forschung soll Glasflügelzikaden eindämmen

Glasflügelzikaden übertragen bakterielle Erreger, die zu erheblichen Ertragsverlusten bei Zuckerrüben, Kartoffeln und Gemüse führen können. Ein von Oberösterreich gefördertes AGES-Projekt untersucht nun Verbreitung, Wirtspflanzen und mögliche Bekämpfungsstrategien.

Das Projekt "Zikmon" nimmt eine neue Gefahr für wichtige Ackerkulturen in den Blick: Glasflügelzikaden und die von ihnen übertragenen bakteriellen Erreger. Diese können bei betroffenen Kulturpflanzen Welke-Symptome, geringeren Zuckergehalt, Ertragseinbußen und im schlimmsten Fall Totalausfälle verursachen.

Glasflügelzikaden gelten als Überträger bakterieller Erreger, die die Leitbündel von Pflanzen besiedeln und einzeln oder als Doppelinfektion auftreten können. Betroffen sein können unter anderem Zuckerrübe, Kartoffel und verschiedene Gemüsearten wie Karotte, Rote Rübe, Zwiebel, Sellerie, Rhabarber, Mangold, Paprika oder Pastinake.

Großes Schadpotential

Wie groß das Schadpotential ist, zeigt der Blick nach Deutschland: Dort wurden im Jahr 2025 bereits auf mehr als 120.000 Hektar Schäden festgestellt – mit steigender Tendenz. Auch in Ostösterreich wurden die Erreger bereits 2023 in Zuckerrüben nachgewiesen. Für Oberösterreich ist die Entwicklung besonders relevant: 2025 wurde die Schilf-Glasflügelzikade erstmals in größerem Umfang im grenznahen Raum zu Deutschland entdeckt, auch die Pfriemen-Glasflügelzikade wurde in Oberösterreich bereits vereinzelt gesichtet.

Zwei Forschungsziele

Im Zentrum stehen zwei Forschungsziele. Einerseits wird die Verbreitung der beiden relevanten Glasflügelzikadenarten sowie der von ihnen übertragenen Erreger in oberösterreichischen Kulturen überwacht. Dafür werden unter anderem Gelbtafeln eingesetzt und Kulturen wie Zuckerrübe, Kartoffel und Gemüse untersucht. Ziel ist es, eine belastbare Wissensgrundlage zu schaffen, damit Kontrollmaßnahmen rechtzeitig angewendet werden können.
Andererseits untersucht das Projekt, welche Kulturpflanzen und Beikräuter als Wirtspflanzen für die Entwicklung der Pfriemen-Glasflügelzikade dienen können. Daraus sollen Ansätze für geeignete Fruchtfolgen abgeleitet werden, um die Populationen der Überträger gezielt zu unterdrücken.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen verlässliche Grundlagen, um frühzeitig auf neue Risiken reagieren zu können. Wenn neue Schaderreger auftreten, ist rasches Wissen entscheidend: Wo kommen sie vor? Welche Kulturen sind betroffen? Und welche Maßnahmen können helfen? Genau hier setzt das Projekt Zikmon an“, betont Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger.

Ages-Projekt

Das Projekt „Zikmon“ zur Erforschung und Überwachung von bakteriellen Erregern und deren Überträgern wird von der AGES durchgeführt. Der Durchführungszeitraum läuft von 1. Juni 2026 bis 30. Mai 2028. Die Projektkosten belaufen sich auf rund 149.000 Euro und werden über den Zukunftsfonds des Landes Oberösterreich gefördert.

Weitere Artikel