Trotz regional unterschiedlicher Frostschäden rechnen die Produzenten der Kittseer Marille heuer mit Früchten von ausgezeichneter Qualität. Vielerorts fallen die Marillen sogar größer aus als im Vorjahr. Die Erntemenge dürfte insgesamt durchschnittlich ausfallen, die Nachfrage nach den regionalen Früchten bleibt jedoch hoch.
„Es gibt streifenweise Gebiete mit starken Frostschäden und dann wiederum Obstgärten mit vielen Früchten und keinen Schäden“, berichtet Josef Maurovich, Obmann des Vereins „Kittseer Marille“. Die bisherige Trockenheit habe nach aktuellem Stand keine nennenswerten Auswirkungen auf die Ernte verursacht. „Wir rechnen heuer insgesamt mit einer durchschnittlichen Ernte, aber auf jeden Fall ausreichender Menge und Top-Qualität für unsere Konsumentinnen und Konsumenten“, so Maurovich.
Kittseer Marille bleibt eine Erfolgsgeschichte
Während zahlreiche Obstkulturen mit rückläufigen Anbauflächen konfrontiert sind, setzt die Marille im Burgenland ihren bemerkenswerten Wachstumskurs fort. Die traditionsreiche Frucht, die seit mehr als 100 Jahren in Kittsee und den umliegenden Gemeinden kultiviert wird, zählt heute zu den erfolgreichsten Kulturen des heimischen Obstbaus.
Rund 45 Obstbäuerinnen und Obstbauern bewirtschaften allein in Kittsee etwa 30.000 Marillenbäume. Burgenlandweit produzieren 81 Betriebe auf rund 82 Hektar Marillen. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte: Wurden im Jahr 2000 auf rund 58 Hektar noch 214 Tonnen geerntet, waren es im Vorjahr bereits 578 Tonnen auf 81 Hektar. Die Anbaufläche ist damit innerhalb von 25 Jahren um rund 40 Prozent gewachsen.
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LK-Präsident Nikolaus Berlakovich, Obmann des Vereins „Kittseer Marille“ Josef Maurovich, Vorstandsmitglied und Marillenbauer Martin Hejret und die neue Marillenkönigin Leonie I. beim gemeinsamen Pressegespräch anlässlich des Beginns der Marillenernte in Kittsee.
„Der Anstieg der Anbaufläche um rund 40 Prozent in den vergangenen 25 Jahren zeigt das Vertrauen der Bäuerinnen und Bauern in diese Kultur, aber auch die gestiegene Nachfrage der Konsumentinnen und Konsumenten“, betont LK-Präsident Nikolaus Berlakovich. Die Marille stehe für regionale Wertschöpfung, hohe Qualität und die Innovationskraft der heimischen Betriebe.
Hohe Nachfrage, weniger Bio-Anbau
Neben dem Wetter beschäftigt die Produzenten zunehmend die Entwicklung im Bio-Bereich. Aufgrund eingeschränkter Pflanzenschutzmöglichkeiten und höherer Ausfallsrisiken stellen immer mehr Bio-Betriebe auf konventionelle Bewirtschaftung um. Der Trend zu weniger Bio-Marillenbäumen setzt sich damit fort.
Ungebrochen bleibt hingegen die Nachfrage nach den Kittseer Marillen. Viele Betriebe verzeichnen bereits vor dem Höhepunkt der Ernte zahlreiche Vorbestellungen. Der Großteil der Früchte wird direkt vermarktet – ab Hof oder direkt aus dem Marillengarten. Der Preis bleibt mit fünf Euro pro Kilogramm auf dem Niveau der vergangenen Jahre.
Neben dem Frischverkauf werden die Marillen auch zu Marmelade, Nektar und Edelbrand verarbeitet. Der Höhepunkt der Ernte wird Anfang Juli erwartet.
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