Der Herbst bringt traditionell frisches Wildfleisch auf den Teller. Dieses kommt im Idealfall aus heimischen Wäldern und bäuerlichen Gehegen und ist somit regional, saisonal und von hoher Qualität.
In Oberösterreich sind mehr als 600 bäuerliche Familienbetriebe mit etwa 14.000 Stück Farmwild registriert. Die Durchschnittsgröße eines Geheges liegt bei circa drei Hektar je Betrieb. Verkauft wird das Fleisch vorwiegend im Wege der Direktvermarktung. Obwohl sich das Wildfleisch zunehmender Beliebtheit erfreut, haben die bäuerlichen Wildproduzenten gerade Sorgen: Das Sikawild wurde als invasive Art eingestuft, ein drohendes Verbot sorgt daher für Unsicherheit.
Damwild, Rotwild und Sikawild
Sikawild kommt in verschiedenen Varianten und Größen vor und hat seine Ursprünge in China und Japan. Hierzulande stellt es – im Vergleich zu Damwild und Rotwild - eine relativ kleine Gruppe beim Farmwild dar. Aufgrund der besseren Wirtschaftlichkeit für die Betriebe und der sehr zugänglichen Art der Tiere hat sich das Sikawild in den letzten Jahren immer mehr verbreitet. Mit Augus 2025 wurde es von der EU als invasive (gebietsfremde) Art eingestuft, wonach es ab August 2027 nicht mehr gehalten werden dürfte. Derzeit werde mit Hochdruck daran gearbeitet, dass das Sikawild weiter im landwirtschaftlichen Gehege gehalten werden darf, heißt es Seitens der Landwirtschaftskammer OÖ.
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Argumente sind nicht nachvollziehbar
„Die Einstufung und die Argumente der EU-Kommission für ein Verbot von Sikawild sind schlicht nicht nachvollziehbar. Es braucht eine praxisnahe Ausnahmeregelung, um die Existenzgrundlage für viele Betriebe zu erhalten“, fordert Präsident Waldenberger. In Oberösterreich wären von dem Verbot etwa 60 bäuerliche Betriebe betroffen, für die das Aus der Sikawildhaltung nicht nur große wirtschaftliche, sondern auch emotionale Auswirkungen hätte.
Wenig arbeitsintensive Nutzung von Grünland
Das Halten von Wildtieren bringt bäuerlichen Betrieben gute Chancen am Markt. „Viele Nebenerwerbsbetriebe, in denen heute noch Milchkühe gehalten werden, stellen sich die Frage nach einem Umstieg in andere, weniger arbeitsintensive Formen der Grünlandnutzung“, weiß LK-Präsident Waldenberger. Das Fleisch der Wildtiere sei aufgrund der naturnahen ganzjährigen Freilandhaltung und überwiegend natürlichen Äsung von bester Qualität.
In Oberösterreich stellt dabei das Damwild die zahlenmäßig größte Gruppe dar. Es gehört zu den vom Körperbau her kleineren Hirscharten und ist ideal für Steinflächen im Grünland. Ein ausgewachsener Hirsch liegt wiegt etwa 80 Kilogramm, ein weibliches Tier 40 bis 45 Kilogramm.
Rotwild ist ungefähr doppelt so schwer wie Damwild. Es bevorzugt strukturiertes Gelände mit Rückzugsmöglichkeiten, Busch- und Baumgruppen. Im Gegensatz zum Damwild braucht es auch unbedingt eine Möglichkeit zum „Suhlen“.
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Wildfleisch: qualitätsgeprüft und vielfältig einsetzbar
Dam-, Sika- und Rotwild ist sehr feinfasrig, leicht verdaulich und lässt sich vielfältig zubereiten. Wildbret aus bäuerlichen Gehegen stammt ausschließlich von jungen Tieren von 14 bis maximal 18 Monaten. Das Fleisch wird vor dem Verkauf einer genauen Kontrolle durch den Tierarzt unterzogen..
Mit dem Kauf von Wildfleisch direkt beim Bauern entscheiden sich Konsumenten für ein saisonales Lebensmittel, das regionale Kreisläufe stärkt. Informationen unter www.wildhaltung.at.
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