Landwirtschaftsminister Totschnig am Rednerpult

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Rekordtrockenheit in Österreich: Dürrehilfen sollen kommen

Bundeskanzler Stocker und Landwirtschaftsminister Totschnig haben am Donnerstagabend weitere Unterstützung für die dürregeplagte Landwirtschaft zugesichert. Wird der Katastrophenfonds angezapft?

Gestern (Donnerstag) tagte in Wien eine interministerielle Beamtenrunde um die aktuelle Hitze- und Dürresituation zu einzuordnen. Den Vorsitz hatte Peter Vorhofer, Krisenkoordinator der Bundesregierung, inne. Er war es auch, der im Nachgang vor die Presse trat und erklärte, die Lage sei bundesweit im Griff.

Neben der generellen Wasserverfügbarkeit ging der Krisenkoordinator besonders auf die Landwirtschaft ein. Vorhofer sprach wörtlich von einer „historischen Belastungsprobe“ für den Sektor. Entsprechend empfahl das Gremium auch zusätzliche Hilfen für die Bäuerinnen und Bauern. Da auch langfristige Wettermodelle keinen Umschwung enthalten, bedürfe es Maßnahmen, um die Liquidität der Betriebe zu sichern. Details zur konkreten Gestaltung und Fristen wollte der Regierungsbeamte nicht nennen. Er verwies darauf, dass dies „politisch“ festzulegen sei.

Stocker und Totschnig mit Zusage

Nur wenige Stunden später wanden sich Bundeskanzler Christian Stocker und Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig in einer gemeinsamen Aussendung an die Medien. Man arbeite „ im Austausch mit den Bundesländern“ an einem zusätzlichen Maßnahmenpaket für die betroffenen Betriebe, teilten Kanzler und Minister mit. „Die anhaltende extreme Trockenheit stellt viele bäuerliche Familienbetriebe vor große Herausforderungen. Deshalb wird es ein Maßnahmenpaket geben, um die Landwirtschaft zu unterstützen“, so Stocker und Totschnig.

Letzterer fügte hinzu: „Die ersten Entlastungen sind bereits umgesetzt. Erleichterungen beim Agrarumweltprogramm ÖPUL und der Ausgleichszulage vergrößern den Spielraum für die Betriebe. Nun geht es darum, die Liquidität besonders betroffener Höfe zu sichern und dort zu helfen, wo die Schäden besonders schwer wiegen.“

Warten auf die Schadensbilanz

Welche der geforderten Maßnahmen, etwa eine Stundung der SV-Beiträge und Agrarinvestitionskredite, nun tatsächlich kommen, will die Bundesregierung anhand der ersten Schadensbilanz der Österreichischen Hagelversicherung festlegen. Diese ist für kommende Woche angekündigt. „Auf dieser Basis werden wir den Bedarf zusätzlicher Mittel prüfen. Dabei können auch Mittel aus dem Katastrophenfonds des Bundesministeriums für Finanzen eine Rolle spielen“, ließ Totschnig wissen.

„Wir werden die Landwirtschaft dort unterstützen, wo das notwendig ist. Das reicht von der Aufrechterhaltung der Liquidität bis zur Kompensation der Schäden“, betonte Stocker. Nachsatz: „Der Landwirtschaftsminister wird die konkreten Maßnahmen in Abstimmung mit dem Finanzminister vorstellen.“ Bis dahin werde es im Agrarressort tägliche Besprechungen geben, um die Situation laufend neu zu bewerten, hieß es.

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