Ein situationsgerecht angepasster Reifendruck am Traktor sollte sich gleich mehrfach auszahlen. Sowohl auf dem Feld als auch auf dem Grünland reduziert ein niedrigerer Reifendruck den Bodendruck spürbar: Die Spuren fallen flacher aus, die Bodenstruktur wird geschont und somit die Bedingungen für das Pflanzenwachstum verbessert. Gleichzeitig sinkt der Schlupf. Auf der Straße hingegen ermöglicht ein höherer Reifendruck geringeren Rollwiderstand, einen niedrigeren Dieselverbrauch und längere Reifenstandzeiten.
Vielfältige positive Erfahrungen
Dazu passen auch die Erfahrungen der Praktiker. An erster Stelle liegt hier der bessere Bodenschutz (84 %), sichtbar durch flachere Fahrspuren (80 %) und fühlbar durch weniger Schlupf (80 %). Dazu kommen laut Umfrage wirtschaftliche Vorteile, wie eine höhere Flächenleistung (57 %), Kraftstoffeinsparungen (69 %) und eine verlängerte Reifennutzung (58 %). Auch eine frühere Befahrbarkeit der Flächen (65 %) und verbesserter Fahrkomfort (69 %) werden festgestellt.
Die Lohnunternehmungen berichten zudem, dass ihre Kunden durchaus den Wunsch äußern, Fahrzeuge mit einer Reifendruckregelanlage einzusetzen. „Auch wenn sie dadurch Vorteile beim Kunden haben, lassen sich durch die Reifendruckregelanlage keine höheren Preise durchsetzen und sie ist auch nicht ausschlaggebend bei der Akquise von Neukunden“, so die DLG dazu auf ihrer Webseite.
97 Prozent mit Anlage zufrieden oder sehr zufrieden
Gar 97 Prozent der Befragten sollen mit ihrer Reifendruckregelanlage sehr zufrieden oder zufrieden sein. Nur drei Prozent sind laut PraxisMonitor weniger zufrieden oder gar nicht zufrieden. In das positive Bild passt auch, dass 38 Prozent der Betriebe, die bereits Reifendruckregelanlagen im Einsatz haben, die Anschaffung weiterer Systeme planen und fast 90 Prozent der Teilnehmenden mit dem Service der Anbieter sehr zufrieden oder zufrieden sind. „Störungen treten zwar bei 50 Prozent der Antwortenden gelegentlich auf, scheinen die hohe Zufriedenheit aber nicht maßgeblich negativ zu beeinflussen“, so die Fachexperten der DLG.
Undichtigkeiten sind das häufigste Problem
So waren rund 40 Prozent der teilnehmenden Betriebe mit Reifendruckregelanlagen am Traktor schon einmal mit Schäden an der Anlage konfrontiert. In erster Linie sind es Undichtigkeiten sowie Beschädigungen an Luftzufuhrleitungen, Drehdurchführungen und Radanschlüssen. Bei rund zehn Prozent der Teilnehmenden traten auch Schäden an den Reifen auf. In den meisten Fällen sind die Reifen von der Felge gelaufen.
Anlagen für variablen Reifendruck weit verbreitet
Über 60 Prozent der Befragten nutzen laut Umfrage den variablen Reifendruck. 43 Prozent der Teilnehmenden haben bereits einen oder mehrere Traktoren mit einer Reifendruckregelanlage ausgestattet.
Bei der Ausstattung mit einer Reifendruckregelanlage sind die Traktoren aus der Leistungsklasse 200 bis 300 PS mit 52 Prozent die Spitzenreiter. Danach folgt die Leistungsklasse 100 bis 200 PS mit rund 34 Prozent.
Zur Einstellung des Luftdrucks im Reifen werden laut Umfrage eigene Erfahrungen genutzt (43 %) oder die Werte aus der Reifentabelle (40 %) herangezogen. Assistenzsysteme nutzen nur zehn Prozent.
Wer befragt wurde
An der DLG-Umfrage zur Reifendruckregelung haben insgesamt 285 Praxisbetriebe teilgenommen. Über 90 Prozent davon waren landwirtschaftliche Betriebe – darunter auch überbetrieblich arbeitende Unternehmen, Lohnunternehmer und Maschinenringe. Die Teilnehmenden kamen aus Deutschland (vorwiegend), Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. Die bewirtschafteten Flächen reichten von unter 50 bis über 2.500 Hektar, die Schwerpunkte von Ackerbau über Tierhaltung bis hin zur Energieerzeugung.
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