Traktor mit indischem Landwirt

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Warum der Traktormarkt weltweit wächst

Laut dem italienischen Verband der Landmaschinenhersteller FederUnacoma stieg der weltweite Traktorenabsatz in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres um 18 Prozent auf 512.000 Stück. Hinter dem Plus steht vor allem eine Region.

Mit 375.000 verkauften Fahrzeugen in diesem Zeitraum ist der indische Subkontinent erneut führend und bestätigt seine Position als Land mit jährlich über einer Million Zulassungen, was etwa 40 Prozent des weltweiten Absatzes entspricht. Diese Analyse präsentierte Mariateresa Maschio, Präsidentin von FederUnacoma, auf der Jahreshauptversammlung des Verbandes in Bologna. Der Markt in Indien sei vor allem durch mittlere und niedrige Leistungsklassen charakterisiert und Traktoren würden dort nicht nur für landwirtschaftliche Arbeiten, sondern auch für den Transport von Gütern und Personen eingesetzt werden.

 Traditionelle Märkte verlieren

Während der indische Markt wächst, kämpfen traditionelle Märkte mit Schwierigkeiten. Laut FederUnacoma ergibt sich folgendes Bild: In Nordamerika verlieren die USA weiter an Boden. Nach deutlichen Rückgängen in den Jahren 2024 (-13 %) und 2025 (-10 %) verlangsamte sich der Traktorenabsatz in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 weiter und erreichte 53.800 Einheiten, ein Minus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch in Kanada, wo die Neuzulassungen um acht Prozent auf 6.100 sanken, und in Brasilien, wo ein Rückgang von 15 Prozent auf 12.300 Maschinen verzeichnet wurde, war ein negativer Trend zu beobachten. Der Rückgang in der Türkei ist signifikant: Dort wurden nur 7.250 Traktoren verkauft, was der Hälfte der in den ersten vier Monaten des Jahres 2025 zugelassenen Einheiten entspricht.

In Europa ist die Entwicklung uneinheitlich: Zwar stiegen die Traktorenverkäufe insgesamt um vier Prozent (über 45.000 Einheiten), doch der deutsche Markt stagniert (-0,7 % auf 9.240 verkaufte Einheiten), und der polnische Markt verzeichnet einen starken Rückgang (-14,8 % auf 2.670 Einheiten), nachdem er in den letzten Jahren eine große Dynamik gezeigt hatte. Italien (+4,6 % auf 5.250 Einheiten) und Frankreich (+1,1 % auf 7.340 Traktoren) entwickelten sich positiv, während Großbritannien um 25 Prozent auf 4.550 Einheiten zulegte.

„Geopolitische Spannungen, die Regionalisierung der Wirtschaft, die Marktfragmentierung und die protektionistischen Strategien einiger Länder haben die Entwicklung des Landmaschinensektors seit Langem beeinträchtigt“, erklärte Mariateresa Maschio. Diese Probleme seien in den ersten Monaten des Jahres durch die Folgen des Konflikts im Persischen Golf noch verschärft worden, was zu einem erneuten Anstieg der Energie- und Düngemittelkosten geführt und die Investitionsfähigkeit des Primärsektors weiter verringert habe.

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