Vergangene Woche traf sich in Wien beim Branchentreff der „Österreichischen Fleischkontrolle GmbH“ alles, was in der hiesigen Fleischwirtschaft Rang und Namen hatte. Ein breites Vortragsportfolio gab Einblicke in die langfristigen Trends auf den globalen Fleischmärkten. Die Experten erklärten, wie sich Österreichs Bauernschaft in diesem Gefüge behaupten kann und welche Voraussetzungen dazu notwendig sind. Manch Brancheninsider plauderte auch ein wenig aus dem Nähkästchen. So war etwa zu vernehmen, dass die von den Bauern vielkritisierten Rabatt-Aktionen, im Fleischgeschäft durchaus begrüßt werden. „Aktionen beleben die Nachfrage um ein Vielfaches“, wurde am Podium betont.
Bauern, die ihre Tierbestände über Wochen und Monate versorgen, die Vermarktung aber in fremde Hände legen müssen, werden das wohl gar nicht gerne zu Ohren bekommen. Wer möchte schon, dass das eigene Produkt zum Ramschpreis über die Ladentheke geht? Das Tragische: Ein Blick in die Statistik gibt dem Redner recht. Ist zu viel Menge am Markt, bringt meist nur Absatzsteigerung die notwendige Entlastung samt Erzeugerpreiskorrektur. Vor allem im Großhandel ist hier der Verbraucherpreis die gewichtigste Stellschraube, um Übermengen abzubauen. Im Sinne der vielbemühten Qualitätsstrategie der österreichischen Lebensmittelwertschöpfungskette wird – wie so oft – Maßhalten bei allen Händlern entscheidend sein. „Dauertiefpreis“-verwöhnte Konsumenten und betrübte Bauern sind sonst vorprogrammiert.
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