Wer in Zeiten wie diesen Landwirtschaft betreibt, braucht Nerven aus Stahl. Als ob die wirtschaftlich angespannte Lage nicht Herausforderung genug wäre, schlägt heuer bekanntlich auch der Klimawandel in voller Härte zu. Die Rekord-Hitzetage bringen – zumindest in Wien – auch neue Begrifflichkeiten aufs Tapet.
Unter den Ökonomen geht die Angst vor der „Climateflation“ um. Es handelt sich um Inflation, die, so teilen es die Experten mit, durch die Folgen des Klimawandels entstehen und vor allem Lebensmittel betreffen sollen. Das Institut für Höhere Studien beobachtet demnach an den Rohstoffmärkten schon jetzt eine Teuerung bei Lebensmitteln. Die Ökonomen mutmaßen, dass dies wohl mit der europaweiten Hitzewelle zu tun habe.
Genau wegen dieser Hitze (und Dürre) fordern Bauernvertreter dieser Tage Soforthilfen für Bauern. Diese wird es definitiv brauchen, um die Liquidität auf den Betrieben für das Halten der Viehbestände und den nahenden Herbstanbau zu sichern. Geld wird aber auch die langfristige Klimaanpassung des Sektors kosten. Viele solcher Maßnahmen setzen innovative Betriebe bereits um. Die breite Masse wird es jedoch nicht schaffen, hier in Vorleistung zu gehen.
Unweigerlich werden sich landwirtschaftsferne Branchen in diesem Zusammenhang aber wieder fragen: „Ist es das wert?“ Wie viele Lieferkettenstörungen oder Rekord-Hitzesommer wird es wohl noch brauchen, bis auch der letzte ihrer Vertreter hier einsichtig wird? Die Climateflation lässt grüßen.
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