An jedem Tisch der Welt

Portrait Sabine Kronberger

Copyright © Sabine Kronberger

Neulich sitze ich mit Unternehmer:innen am Tisch. Irgendwann geht es um Essen. Um bio. Um regional. Und ich halte (wieder einmal) meine Brandrede für den Griff zum heimischen Produkt und für jene Menschen, die unsere Lebensmittel erzeugen. Dann fragt jemand: „Warum haben es die Bäuerinnen und Bauern eigentlich so schwer?“

Eine berechtigte Frage. Seit 1990 hat sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe fast halbiert. Immer weniger Menschen bewirtschaften immer größere Flächen. Sie produzieren mehr denn je und können trotzdem oft kaum davon leben. Der Preisdruck des Handels ist enorm, dazu kommen Bürokratie, Auflagen und ständig neue Anforderungen. Wir erwarten mehr Tierwohl, weniger Pflanzenschutz, höchste Qualität und gleichzeitig möglichst billige Lebensmittel und greifen dann zur Bio-Gurke aus Spanien, obwohl daneben jene aus dem Nachbarbundesland liegt. Diese Rechnung geht für viele Höfe längst nicht mehr auf.

„Aber du sagst doch immer, Bäuerin zu sein ist der schönste Beruf?“ Ja. Und genau deshalb müssen wir endlich den idyllischen Filter abkratzen. Denn hinter jedem Hof stehen Menschen. Menschen, die mit Leidenschaft unsere Landschaft pflegen, in der wir gerade jetzt im Sommer Rad fahren, wandern, urlauben. Die unter vielen strengen Auflagen dafür sorgen, dass wir top Lebensmittel auf dem Teller haben.

Wenn wir glauben, dass gesunde Ernährung und eine intakte Umwelt die Grundlage für unser Leben sind, dann sollten wir jene stärken, die das möglich machen. Ich werde nicht müde, das an jedem Tisch der Welt zu erzählen. Sie auch?

office@sabinekronberger.at

Weitere Artikel