Die Akteure beim Unterzeichnen der gemeinsamen Bodenschutzstrategie.

Copyright © Gabriele Lindinger-Cacha

Gegen den Flächenfraß: Österreich erneuert sein Boden-Versprechen

Bund, Länder und Gemeinden schlossen bei der zweiten Raumordnungs-Konferenz in Linz einen Pakt für den Bodenschutz und setzen auf gemeinsame Ziele und Daten.

Wer an die Erneuerung eines Versprechens denkt, hat meist die Ehe und das Bekenntnis zu lebenslanger Liebe und Treue vor Augen. Um ein anderes Versprechen ging es jedoch in Linz: Vertreter der Bundesländer, des Bundes sowie der Städte und Gemeinden bekannten sich erneut zu ihrem gemeinsamen Ziel, den Bodenverbrauch einzudämmen. Unter dem Leitgedanken „Boden schützen und Zukunft ermöglichen“ unterzeichneten sie eine gemeinsame Österreich-Deklaration.

Auch der Minister unterzeichnete

Auf Initiative von Oberösterreichs Raumordnungs-Landesrat Markus Achleitner fand die gesamtösterreichische Raumordnungskonferenz bereits zum zweiten Mal in Linz statt. Bereits 2024 waren hier die für Raumordnung zuständigen Landesräte sowie Vertreter von Städte- und Gemeindebund zusammengekommen, um einen gemeinsamen Weg zur Reduktion des Bodenverbrauchs zu vereinbaren. Während damals noch die Beteiligung des Bundes fehlte, wurde diese Lücke nun geschlossen: Landwirtschafts- und Umweltminister Norbert Totschnig nahm erstmals an dem Treffen teil.

„Wir haben die Österreichische Bodenstrategie nun gemeinsam beschlossen und unterzeichnet“, betonte Gastgeber Markus Achleitner. Die Unterzeichner bekannten sich damit auch weiterhin zum gemeinsamen Monitoring im Rahmen der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK), um raumordnungspolitische Entscheidungen auf Basis verlässlicher Daten zu treffen

Maßnahmenbündel je nach Bundesland unterschiedlich

Achleitner verwies zugleich auf die unterschiedlichen regionalen Voraussetzungen in den Bundesländern, die jeweils eigene Maßnahmen erforderten. Gerade deshalb sei die Raumordnungskonferenz eine wichtige Plattform für Austausch, Diskussion und gegenseitiges Lernen. Insgesamt sei man bereits „sehr gut unterwegs“, die Entwicklung gehe „absolut in die richtige Richtung“.

Bundesminister Norbert Totschnig unterstrich die bisherigen Fortschritte: „Die Flächeninanspruchnahme hat zuletzt 6,5 Hektar pro Tag betragen. Das ist eine deutliche Abnahme im Vergleich zu früheren Perioden. Entscheidend ist, dass wir diesen Weg konsequent fortsetzen.“ Auch in der Bevölkerung sei das Bewusstsein für das Thema deutlich gestiegen. Laut einer aktuellen Umfrage halten 87 Prozent der Befragten den Schutz landwirtschaftlicher Böden für wichtig.

"Zielkorridor in Richtung 2,5 Hektar pro Tag" entwickeln

Mit der Deklaration werde ein „gemeinsamer starker Wille für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem heimischen Boden“ dokumentiert und zugleich ein klarer politischer Rahmen geschaffen, so Totschnig. Was Vorgaben bzw. Grenzwerte für den täglichen Bodenverbrauch betreffe, so sei neben der von den Bundesländern beschlossenen Bodenstrategie im Regierungsprogramm „die Entwicklung eines Zielkorridors in Richtung 2,5 Hektar pro Tag“ festgelegt.

Der Raumordnungsexperte Peter Görgl hob insbesondere das ÖROK-Monitoring hervor. Die vergleichbare und qualitativ hochwertige Datengrundlage sei etwas, „um das uns viele Länder in Europa beneiden“. Dabei handle es sich nicht um eine einmalige Bestandsaufnahme, sondern um ein langfristig angelegtes Beobachtungssystem zur Entwicklung der Flächeninanspruchnahme in Österreich.

Um die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen, verständigten sich die Teilnehmer darauf, die Raumordnungskonferenz künftig jährlich abzuhalten.

Markus Achleitner und Norbert Totschnig beim Pressegespräch.
Gruppenfoto mit der unterzeichneten Österreich-Deklaration.
Mehr zum Thema„Sorgsam und sparsam“ – aber ohne Grenzwert
Mehr zum ThemaGrünzonen: 100.000 Hektar in Oberösterreich vor Umwidmung in Bauland geschützt

Weitere Artikel