Das Internationale Jahr der Bäuerinnen und der Internationale Tag der Frauen in ländlichen Gebieten waren Anlass für die Tagung „Frauen. Höfe. Zukunft – Gleichstellung als Gewinn für Landwirtschaft und Gesellschaft“, die das Netzwerk Zukunftsraum Land kürzlich in Linz veranstaltete. Nach der Präsentation der aktuellen Bäuerinnenstudie standen persönliche Erfahrungen und bestehende Initiativen im Mittelpunkt. Über allem stand die Frage, wie Gleichstellung von Frauen und Männern gelingen kann und was es braucht, damit sie als gemeinsame Aufgabe beider Geschlechter verstanden wird.
Gleichstellung als Gewinn für alle
Genderexpertin Elif Gül von der Universität Wien weitete den Blick aus auf die Bedeutung von Gleichstellung für die gesamte Gesellschaft. „Oft wird nur nach wirtschaftlichen Aspekten gesucht, doch Fairness diesbezüglich bringt auch andere Vorteile. Eine höhere Zufriedenheit, eine höhere Lebenserwartung und nicht zuletzt eine höhere politische Stabilität, denn mehr Geschlechtergerechtigkeit heißt auch weniger Korruption und mehr Vertrauen in die Politik.“
Welche konkreten Angebote und Netzwerke Frauen unterstützen, zeigte der „Marktplatz der Initiativen“. Dazu zählt etwa die Funktionärinnenausbildung „ZAMm unterwegs“ der Landwirtschaftskammer Österreich und der ARGE Bäuerinnen. Seit 2009 vermittelt sie Frauen das nötige Rüstzeug, um mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen. Für mehr finanzielle Sicherheit von Frauen im ländlichen Raum setzt sich das Netzwerk Zukunftsraum Land mit einem Online-Selbstlernkurs zu diesem Thema ein. Auch die Arbeitsgruppe Geschlechtergleichstellung des GAP-Strategieplans und das Projekt „Frauen säen Zukunft“ der Österreichischen Berg- und Kleinbauernvereinigung machten die Vielfalt der Ansätze zur Stärkung von Frauen sichtbar.
Apropos Sichtbarkeit: Die Künstlerin und Aktivistin Katharina Cibulka stellte ihr Projekt „Solange“ vor, mit dem sie seit mehreren Jahren gesellschaftliche Fragen aufgreift und durch überdimensionale Netze mit aufgestickten Botschaften weithin sichtbar macht. Ein Beispiel: „Solang a Bäurin zvü oackat, oba zweng Aunerkennung ernt, bin i Feminist:in.“ Das Nachdenken über bestehende Rollenbilder zog sich in Linz ohnehin durch den gesamten Tag
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