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Es gibt Orte, die lassen sich nur schwer beschreiben, die muss man erleben. Das gilt auch für die Mischbachalm in Neustift im Stubaital. Sie ist einerseits ein extrem friedliches Fleckchen Erde mit einer wunderbaren Aussicht und einer unvergleichbaren Ruhe. Gleichzeitig spürt man hier etwas Wildes und eine gewisse Unberechenbarkeit – allein schon wegen der zahlreichen Felsen und Steine, die im Laufe der Jahrhunderte vom Habicht gestürzt sind und dabei ihre Spuren im Gelände hinterlassen haben.
Ort zum Wohlfühlen
Georg und Ruth Mair bewirtschaften die urige Almhütte hoch über Neu-Gasteig und fühlen sich hier richtig wohl. Der pensionierte Baupolier und die Pflegehelferin im Ruhestand betreiben in Mieming eine kleine Landwirtschaft und haben bereits zahlreiche Sommer auf unterschiedlichen Almen mit weitaus höherer Kundenfrequenz verbracht, aber die Mischbachalm passt perfekt zu ihren aktuellen Vorstellungen eines Almsommers. „Wir haben hier oben nicht viel, aber wir haben alles, was wir brauchen“, betont Georg Mair und bringt seinen Gästen ein Stamperl seines selbst angesetzten Zirbenschnapses.
Das haben sich die Gäste auch verdient, denn der Aufstieg zur Hütte dauert knapp zwei Stunden und verläuft über einen recht steilen Pfad durch den dichten Wald. Aktuell hält Georg hier acht Ziegen der Rasse Gemsfärbige Gebirgsziege und Toggenburger, die er täglich zwei Mal melkt. Die Milch wird von Ruth zu Frischkäse verarbeitet – eine der heißbegehrtesten Speisen auf der kleinen aber feinen Speisekarte. Weitere 43 Schafe verbringen hier ihre Sommerfrische, diese werden aber von ihren Besitzern selbst betreut und beaufsichtigt.
Flagge weht in luftiger Höhe.
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Die Gemsfarbigen Gebirgsziegen fühlen sich hier oben richtig wohl.
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Ausgezeichneter Geheimtipp
Die Mischbachalm war schon immer ein Geheimtipp und wird es auch bleiben. Die Gäste der Familie Mair kommen aus Nah und Fern und haben eine Gemeinsamkeit. „Wer hier zu uns heraufwandert, will seine Ruhe haben“, fasst Georg es zusammen. Fernab von überlaufenen Tourismuszielen oder leicht erreichbaren Almhütten in der Nähe von Liften oder Forstwegen kann man hier die Idylle genießen und den Blick in die Bergwelt schweifen lassen: vom Vorgipfel des Habicht über den Manteler und die Brennerspitze talauswärts bis zu den Kalkkögeln. Nicht umsonst wurde die Alm erst kürzlich vom Wandermagazin Alpin zur Hütte des Monats für September 2026 ausgezeichnet.
Erfinderisch
Dank einer Photovoltaikanlage verfügt die Hütte über ausreichend Strom für die Beleuchtung. Eine große Herausforderung ist allerdings die Kühlung der Speisen. Georg hat nicht lange gezögert, sondern einfach selber eine Kühltruhe gebastelt. Dafür versenkte er eine Metallkiste in einem Bach und schützt diese mit einem selbst gebauten Dach vor der direkten Sonneneinstrahlung. Hier lagern nun Knödel, Käse und Co. bei relativ konstanten fünf Grad Celsius.
Mit Warmwasser schaut es auf der Hütte weniger rosig aus.Deshalb verfügt die kleine Dusche hinter der Hütte über einen Boiler, der mit Holz beheizt und erwärmt werden kann. Auch auf eine Waschmaschine will und kann das Ehepaar nicht verzichten, diese wird mit einem Dieselaggregat betrieben. Gekocht und gebacken wird auf einem urigen Holzherd.
Diese Toggenburger Ziege hat ihren Stammplatz auf der Alm schon längst gefunden.
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Ein gewaltiger Felsbrocken spendet den Ziegen und dem Bock Schatten.
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Die Zapfen für den beliebten Zirbeler sammelt Georg unweit der Hütte und setzt sie 14 Tage lang an.
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Security Hansi
Wichtige Mitbewohner auf der Mischbachalm sind die 15 schwarzen Legehennen und der Hahn Hansi. Die dunkle Farbe der Hühner schützt sie bereits vor möglichen Angriffen von Greifvögeln, für noch mehr Sicherheit sorgt Security Hansi. Aus den Eiern zaubert Ruth einen Kaiserschmarren, der in diesem Ambiente besonders gut schmeckt.
Ruhetag gibt es keinen
Um 5.30 Uhr früh starten Georg und Ruth in den Arbeitstag. Die Ziegen werden gemolken, danach bereiten die Almleute alles für das Tagesgeschäft vor. Am Wochenbeginn stellen sie eine Einkaufsliste zusammen und schicken sie an den Filialleiter vom Spar-Markt in Milders. Dieser packt alles zusammen und bringt es direkt zur Talstation des Lastenaufzuges. So werden die Mairs mit dem Notwendigsten versorgt. Sie selber machen sich nur sehr selten auf den Weg ins Tal. Das wäre aber auch gar nicht möglich, denn einen Ruhetag gibt es auf der Mischbachalm nicht.
Nebenbei gilt es auch noch, ein paar der Flächen zu mähen. Das erledigt Georg mit der Sense. Auch sonst fallen täglich viele zusätzliche Arbeiten an. „Man muss schon ein bisschen ein Hausmeister sein auf so einer urigen Hütte“ betont Georg. „Und man braucht Liebe für diese Tätigkeiten“, ergänzt Ruth. Wie viel Liebe sie in ihren Sommerjob steckt, sieht man an allen Ecken und Enden der Alm, den gepflegten Blumenkistchen und der stimmigen Deko. Sie verleihen der rund 300 Jahre alten Hütte noch mehr Charme.
Diese Liebe und der Fleiß der Almleute sorgen dafür, dass ihre Gäste mit einem zufriedenen Lächeln ins Tal zurückkehren und sich bereits bergab darüber Gedanken machen, wann sie wohl wieder Zeit haben werden, um auf die Mischbachalm zurückzukehren.
Wichtige Mitbewohner auf der Mischbachalm sind die 15 schwarzen Legehennen und der Hahn Hansi.
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Der Ziegenfrischkäse und das Sauerteigbrot schmecken auf 1.848 m Seehöhe besonders gut.
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Ruth Mair bereitet jeden zweiten oder dritten Tag frisches Sauerteigbrot zu.
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