Burgeralm

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Kühe, Käse, Kaiser: Ein Besuch auf der Burgeralm

Almgeschichten – Folge 5: Auf 1.327 Metern Seehöhe bewirtschaften Anton und Martha Fahringer die Burgeralm oberhalb von Rettenschöss. Während aus der Milch ihrer Fleckviehkühe vielfach prämierter Almkäse entsteht, genießen Gäste den Ausblick auf den Zahmen Kaiser.

Obwohl Rettenschöss mit 562 Einwohnern das kleinste Örtchen im Kaiserwinkl ist, so hat es doch einiges zu bieten. Die imposanten Spitzen des Zahmen Kaisers zum Beispiel, die man im Dorf von nahezu überall bestaunen kann.

Noch eindrucksvoller präsentiert sich das Panorama allerdings ein gutes Stück oberhalb des Ortes. Anton und Martha Fahringer bewirtschaften auf 1327 Metern die Burgeralm mit freiem Blick auf den Kaiser und einer Aussicht, für die andere weite Reisen auf sich nehmen würden. Für die beiden gehört dieses Postkartenidyll zum Alltag, doch selbstverständlich ist es deshalb noch lange nicht geworden. Im Gegenteil: Sie wissen die besondere Lage jeden Tag aufs Neue zu schätzen.

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Ein Arbeitsplatz mit Aussicht

Für Martha Fahringer sind es vor allem die frühen Morgenstunden, die den besonderen Zauber ausmachen. Wenn die Sonne langsam hinter den Bergen hervorkommt, die Kühe ruhig auf den Weiden grasen und der Tag noch ganz still ist, bleibt ein Moment, um den Blick über die Gipfel schweifen zu lassen. Erst danach beginnt das arbeitsreiche Tagesgeschäft. Und wer Glück mit dem Wetter hat, wird sogar mit einem Fernblick bis zum Großglockner belohnt.

Auch für Anton Fahringer beginnt der Tag früh. Nachdem die Kühe versorgt sind, wird täglich gekäst – eine Arbeit, die viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl verlangt. Und dass er das hat, beweisen die zahlreichen Auszeichnungen, die er mit seinem Käse bereits erringen konnte, unter anderem den Tagessieg im Segment Hartkäse im Rahmen der 31. Internationalen Almkäseolympiade. Die Produktpalette reicht vom würzigen Bergkäse und Bergtilsiter über aromatischen Kräuterkäse bis hin zum speziellen Weichkäse „Adler Gold“. Dieser Käse, benannt nach dem berühmten Tiroler Adlerweg, wird speziell klein und rund produziert, um ideal in jeden Wanderrucksack zu passen.

Ist das erste Tagwerk erledigt, gönnt er sich bei passendem Wetter vor der Hütte eine kurze Verschnaufpause. Bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Marillenkuchen genießt er gemeinsam mit seiner Frau die Ruhe und das eindrucksvolle Bergpanorama. Für Anton steht fest: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es im Himmel schöner ist.“

An klaren Tagen kann man von der Burgeralm bis zum Großglockner sehen.

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Teamarbeit beim Käsen

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40 Stück Fleckvieh und 30 Jungrinder verbringen den Sommer auf der Alm.

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Die ruhigen Morgenstunden vor dem Tagesgeschäft

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Familie Fahringer feiert den Tagessieg im Segment Hartkäse im Rahmen der 31. Internationalen Almkäseolympiade.

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Vom Berg zum Kunden

40 Stück Fleckvieh liefern täglich die Grundlage für die hofeigenen Spezialitäten, die Anton Fahringer direkt auf der Alm zu Käse und weiteren Milchprodukten verarbeitet. Zusätzlich verbringt etwa 30 Stück Jungvieh den Sommer auf den saftigen Almweiden. Vermarktet werden die Produkte ausschließlich direkt. Während der Almsaison können Wanderer und Gäste die Erzeugnisse auf der Burgeralm kaufen, ganzjährig sind sie außerdem im Selbstbedienungsladen am Burgerhof im Tal erhältlich. Einmal pro Woche macht sich Martha Fahringer zudem auf den Weg nach Innsbruck, wo sie ihre Produkte auf dem Bauernmarkt anbietet.

Die Burgeralm ist dabei ein echter Familienbetrieb. Während Anton und Martha von Mai bis Anfang September auf der Alm leben und arbeiten, halten Sohn Anton und dessen Frau Maria zugleich den Betrieb im Tal am Laufen, unterstützen aber auch auf der Alm. Zwei Praktikanten packen im Sommer zusätzlich mit an.

Platz für Mensch und Tier

An schönen Sommertagen kehren zahlreiche Tagesausflügler ein, viele aus Tirol, aber auch Gäste aus dem benachbarten Bayern. Auch E-Biker nutzen die Alm als Ausflugsziel. Das Miteinander funktioniere dabei problemlos, erzählt Anton Fahringer. Die Kühe seien den Besucherverkehr längst gewohnt und würden sich davon kaum stören lassen. „Hier ist Platz für alle“, sagt er.

Mit Blick nach vorne wünschen sich Anton und Martha Fahringer vor allem, dass der Betrieb in Familienhand weitergeführt werden kann und die Direktvermarktung auch künftig das Herzstück bleibt. Die enge Verbindung zwischen Alm, Landwirtschaft und den Menschen, die ihre Produkte schätzen, soll auch für kommende Generationen erhalten bleiben.

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