Mähdrescher auf Weizenfeld

Copyright © BZ/TME

Erntebilanz: Trockenheit drückt die Erträge

Die Trockenheit hat die Erträge auf den Feldern deutlich reduziert. Die Qualität des Getreides überzeugt jedoch. Sorgen bereiten den Ackerbauern vor allem die niedrigen Erzeugerpreise.

Die heurige Getreideernte in Oberösterreich ist früher als üblich abgeschlossen worden. Nach einem niederschlagsarmen ersten Halbjahr mit regional bis zu 50 Prozent weniger Regen als im langjährigen Durchschnitt bilanziert die Landwirtschaftskammer unterdurchschnittliche Erträge, gleichzeitig aber ausgezeichnete Qualitäten. Die Ackerbaubetriebe stehen dennoch wirtschaftlich unter Druck, weil hohe Kosten für Dünger und Diesel auf vergleichsweise niedrige Getreidepreise treffen.

Geringere Erträge, hohe Qualitäten

„Die anhaltende Trockenheit hat unsere Landwirtschaft heuer hart gefordert. Beim Getreide sind wir mit einem blauen Auge davongekommen: Die Erträge schwanken regional deutlich und fallen in Summe unterdurchschnittlich aus, dafür stimmt die Qualität umso mehr – unsere heurige Ernte ist im wahrsten Sinne des Wortes klein, aber fein“, fasst LKOÖ-Präsident Franz Waldenberger die Ernte zusammen.

Wintergerste blieb leicht unter dem Durchschnitt, bei Winterraps und Winterweizen fehlen laut Landwirtschaftskammer rund zehn Prozent auf den fünfjährigen Mittelwert. Besonders auf leichten Böden kam es infolge der Trockenheit zu massiven Einbußen, während Gunstlagen teils sehr gute Erträge erzielten. Positiv wirkten sich die trockenen Bedingungen auf die Blattgesundheit und die Erntequalität aus. Mehr als 90 Prozent des angelieferten Mahlweizens erreichen laut Kammer einen Proteingehalt von über 12,5 Prozent, vielfach wurden sogar Werte von über 14 Prozent gemessen.

Hoffen auf bessere Preise

Die wirtschaftliche Situation bleibt dennoch angespannt. Für Mahlweizen werden den Landwirten derzeit nur rund 185 Euro je Tonne bezahlt. Nach Ansicht der Landwirtschaftskammer spiegelt dieser Preis die hohe Qualität nicht wider. „Die Preise für unseren heuer hochqualitativen Weizen sind in Österreich völlig unterbewertet. Allein aufgrund der großen Differenz zum Maispreis rechne ich damit, dass das Preisniveau bis zum Herbst anzieht“, sagt Waldenberger. Hoffnung machen auch sinkende weltweite Lagerbestände, nachdem der globale Getreideverbrauch heuer über der Produktion liegen dürfte.

Insgesamt rechnet die Landwirtschaftskammer mit einer um rund neun Prozent geringeren Getreideproduktion in Oberösterreich als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Auch die Rapsproduktion dürfte trotz größerer Anbaufläche um sieben Prozent zurückgehen. Für Mais wird derzeit ein Minus von rund acht Prozent erwartet, während sich bei Soja bereits deutliche Trockenschäden abzeichnen.

Regional große Unterschiede

Auch Pflanzenbaudirektor Helmut Feitzlmayr verweist auf die außergewöhnlichen Witterungsbedingungen. „Die Getreideerträge streuen heuer besonders stark. In Gunstlagen wurden mehr als neun Tonnen je Hektar erzielt, auf Schotterböden fiel der Ertrag teilweise auf unter drei Tonnen ab“, beschreibt er die regionalen Unterschiede. Gleichzeitig habe die Hitze zu einer ungewöhnlich raschen Abreife geführt, wodurch die Weizenernte rund zehn Tage früher als üblich begonnen habe.

Erfreulich entwickelt sich dagegen der Bioackerbau. Dank des geringen Krankheitsdrucks wurden bei Biogetreide gute Erträge und hohe Qualitäten erzielt. Die Auszahlungspreise bewegen sich auf Vorjahresniveau, weshalb die Landwirtschaftskammer von einer knappen Marktversorgung und einer steigenden Nachfrage bei Bio-Futtergetreide ausgeht.

Für die noch am Feld stehenden Herbstkulturen bleibt der Blick jedoch sorgenvoll: Mais, Sojabohnen und Ölkürbis benötigen dringend Niederschläge, um größere Ertragseinbußen noch abzuwenden.

Weitere Artikel