Wertvolle Weiden

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Die UNO hat das Jahr 2026 nicht nur zum „Jahr der Bäuerinnen“ erklärt, sondern auch zum „Jahr der Weidelandschaften und Hirten“. Während bei ersterem – zu Recht – viele Aktivitäten folgen werden, die die zentrale Bedeutung von Landwirtinnen für Österreichs Lebensmittelproduktion betonen, wird das zweite Thema hierzulande wohl weniger Resonanz finden. Freilich etwas zu Unrecht, denn Weiden spielen auch in Österreich, insbesondere auf Almen, eine nicht zu unterschätzende Rolle. Im internationalen Vergleich ist die heimische Almwirtschaft allerdings nur eine Fußnote: Weltweit ist mehr als die Hälfte der Landfläche nur als Viehweiden nutzbar – diese machen sogar drei Viertel der landwirtschaftlich genutzten Flächen aus. Die mehr als eine Milliarde Weidetiere liefern ein Zehntel der weltweiten Fleischproduktion, und rund 500 Millionen Menschen sind als Hirten tätig. Traditionelle Weidewirtschaftssysteme gelten als nachhaltig, sind klimaschonend und fördern die Artenvielfalt.

Diese uralte Art der Bewirtschaftung hat auch in Österreich eine lange Tradition. Ihre Bedeutung ist aber rückläufig. So schrumpft nicht nur das Dauergrünland – die Almfutterflächen wurden in den vergangenen 20 Jahren um fast die Hälfte kleiner. Auch die Behirtung wurde zu einer Randerscheinung, österreichweit gibt es aktuell nur mehr etwas mehr als 7.000 Hirten. Das könnte sich nun wieder ändern. Denn ohne Hirten, die das Weidevieh aufmerksam betreuen, wird es in Zeiten der Rückkehr der großen Beutegreifer vielerorts nicht mehr gehen.

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