Österreichs Ackerbauern schwören auf die Sojabohne. Auf wachsender bis konstanter Anbaufläche liefert sie zuverlässig Erträge, lockert Fruchtfolgen und reduziert die Mineraldüngerkosten. Die Erfolgsgeschichte der rot-weiß-roten Sojaproduktion zeigt sich auch statistisch. Im Vorjahr war die Alpenrepublik, nach Italien und Frankreich, der drittgrößte Sojaproduzent der EU. Gehemmt wird die Jubelstimmung rund um Soja allerdings wieder einmal durch Pläne der EU-Kommission. In einem Ende Jänner an den Rat und das EU-Parlament übermittelten Bericht wird vorgeschlagen, Soja in der Risikokategorie für indirekte Landnutzungsänderungen hochzustufen. Damit wäre Sojaöl als Bestandteil von Biokraftstoffen nicht länger förderfähig. Aus globaler Sicht ein begrüßenswerter Ansatz. Schließlich wird im Amazonas-Regenwald für neue Anbauflächen immer noch munter weitergerodet. Problematisch wäre jedoch, dass diese Einstufung auch für europäischen Soja gelten würde, was die Verwertung des bei der Veredelung anfallenden Öls künftig einschränken könnte.
Unweigerlich kommen einem bei diesem Vorschlag Parallelen zur Entwaldungsverordnung in den Sinn. Auch hier versuchte die Kommission, ein global nicht von der Hand zu weisendes Problem europäisch zu lösen und riskierte zugleich Mehrbelastungen für die EU-Produzenten. Mit dem zweifelsfrei notwendigen Ringen um Vereinfachungen, Verschiebungen inklusive, trieb das letztlich aber seltsame Blüten. Angesichts dieser Brüsseler Posse kann der Appell der Bauern an die EU-Exekutive jetzt nur lauten: Bitte nicht schon wieder.
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