Die Österreichische Hagelversicherung hat ihren Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. Das Unternehmen folgt dabei freiwillig dem „Voluntary Sustainability Reporting Standard for non-listed Small and Medium-sized Enterprises" (VSME) und ließ den Bericht von KPMG prüfen. Damit ist die Hagelversicherung nach eigenen Angaben die erste österreichische Versicherung, die ohne gesetzliche Verpflichtung nach der EU-Nachhaltigkeitsberichtspflicht CSRD einen extern geprüften Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht.
Generaldirektor Kurt Weinberger begründete den Schritt mit dem Kerngeschäft des Unternehmens: Als Naturkatastrophenversicherer sei man unmittelbar mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert, das heißt von zerstörten Ernten bis hin zu existenzbedrohten Betrieben. Der Bericht dokumentiert zudem die Entwicklung des Unternehmens vom heimischen Hagelversicherer zum international tätigen Agrarversicherer, der heute in sieben Märkten aktiv ist, mehr als 73.000 Kundinnen und Kunden betreut und eine Versicherungssumme von 13 Milliarden Euro trägt. Zu den ausgewiesenen Kennzahlen zählen unter anderem die vollständige Nutzung erneuerbaren Stroms im Wiener Bürogebäude sowie die Reduktion der durchschnittlichen Schadenabwicklungsdauer von 31 Tagen auf 1,8 Tage in den vergangenen 25 Jahren.
Boden und Klima als wirtschaftspolitische Notwendigkeit
Bereits eine Woche vor der Berichtsveröffentlichung hatte die Hagelversicherung ihr 16. Nachhaltigkeitsfrühstück abgehalten. Als Gastrednerin sprach Sigrid Stagl, Wissenschaftlerin des Jahres 2024 und Gründerin des Instituts für Ökologische Ökonomie an der WU Wien, vor mehr als 100 Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Wissenschaft und Politik. Stagl argumentierte, dass Klima- und Bodenschutz keine ökonomischen Gegenthemen seien, sondern Teil moderner Standort- und Industriepolitik. Wer heute weiter Böden versiegle, zahle morgen doppelt, vor allem bei Ernährungssicherheit, Hochwasserschäden und Lebensqualität. Weinberger schloss sich dieser Einschätzung an: Naturkapital müsse denselben Stellenwert erhalten wie Finanzkapital.
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