Sitca verfolgt das Ziel, den Bausektor durch nachhaltige Waldwirtschaft und modernen Holzbau zu einem Motor für den Klimaschutz zu machen. Gemeinsam mit den Gründungspartnern Iiasa, Hilti, Wiehag, binderholz, Egger Holzwerkstoffe, Stora Enso und den Österreichischen Bundesforsten sowie seit letzter Woche mit dem neuen Wirtschaftspartner Hasslacher Gruppe soll Sitca wissenschaftliche Expertise und die Innovationskraft führender Unternehmen der Bau- und Forstwirtschaft bündeln.
Holz statt Zement
„Wir bewegen uns auf gefährliche Kipppunkte im Klimasystem zu. Gleichzeitig ist die globale gebaute Umwelt für mehr als ein Drittel der CO₂-Emissionen verantwortlich – hier befindet sich deshalb der größte Hebel, um eine drohende ‚Heißzeit‘ noch abzuwenden“, betonte Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Generaldirektor des IIASA, zum Auftakt in Wien. Allein die Zementindustrie soll für acht Prozent des globalen CO₂-Ausstoßes verantwortlich sein. „Städte müssen von CO₂-Quellen zu Kohlenstoffsenken werden. Der Holzbau ist dafür das wichtigste Werkzeug“, so Schellnhuber. Der Klimaexperte verwies auch auf eine Studie, die zeigt, dass jährlich mehr als 16 Mrd. Tonnen CO₂ in Baustoffen gebunden werden können. „Wenn das gelänge oder nur die Hälfte davon, dann könnten wir tatsächlich eine Schubumkehr erreichen und das Bauwesen vom größten Klimasünder in einen Klimahelden verwandeln“.
Kohlendioxid langfristig in Gebäuden binden
Das zugrunde liegende Prinzip ist einfach und genial zugleich. Bäume nehmen CO₂ durch Photosynthese auf und speichern den Kohlenstoff in ihrem Holz. Wird dieses Holz für langlebige Gebäude genutzt, bleibt der Kohlenstoff über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte gebunden, während im Wald neue Bäume nachwachsen und weiteres CO₂ aufnehmen. Auf diese Weise wird der Atmosphäre kontinuierlich CO2 entzogen. Gleichzeitig entfallen die CO2-Emissionen der Produktion von Zement und energieintensiven Baustoffen.
Genug Holz vorhanden
Im nicht bewirtschafteten Wald hingegen stirbt der Baum nach dem Erreichen eines bestimmten Alters ab und wird zu Humus. Die tote organische Substanz wird im Lauf der Zeit abgebaut (mineralisiert), sodass das in der Biomasse gebundene CO2 wieder in die Atmosphäre freigesetzt wird.
Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist hierzulande reichlich vorhanden. Georg Schöppl, ÖBf-Vorstandssprecher: „In den letzten 50 Jahren ist der Holzvorrat in Österreich um 50 Prozent gestiegen, jede Sekunde wächst ein Kubikmeter Holz nach.“ International könnte die Waldfläche noch deutlich zulegen. Analysen zeigen, dass weltweit eine Milliarde Hektar für Wiederaufforstung zur Verfügung stehen.
Holz kann mehr
Holz hat neben dem Umweltaspekt viele hervorragende Eigenschaften als Baustoff: geringes Eigengewicht, hohe Tragfähigkeit, berechenbares Brandverhalten oder die Möglichkeit zur Vorfertigung und damit zur Reduktion der Bauzeit. Jeder zehnte erwirtschaftete Euro sowie jeder elfte Arbeitsplatz sind hierzulande auf das Wertschöpfungsnetzwerk der Forst- und Holzwirtschaft zurückzuführen.
Was den Holzbau aktuell ausbremst, sind vielfach die Rahmenbedingungen. „Holz kann weit mehr leisten, als ihm heute zugetraut wird und als durch bestehende Vorschriften derzeit ermöglicht wird. Überall, wo Holz technisch geeignet und wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden kann, sollte es CO₂-intensive Baustoffe heute schon ersetzen“, brachte es Erich Wiesner, CEO von Wiehag auf den Punkt.
Sitca arbeitet in enger Abstimmung mit der Kommunikationsinitiative „Grow the Solution“, die von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) entwickelt wurde. IUFRO, die Internationale Vereinigung der forstwirtschaftlichen Forschungsorganisationen, wird als wissenschaftlicher Partner im Beirat der Allianz vertreten sein.
Sitca
Die Science and Timber Construction Alliance (Sitca) ist eine globale Plattform zur Förderung des holzbasierten Bauens auf Basis wissenschaftlicher Evidenz.
Ziele sind:
Wissenschaftliche Grundlagen stärken: Belastbare Erkenntnisse zu nachhaltiger Holzverfügbarkeit, CO₂-Bindung und zukunftsfähigen Holzbausystemen schaffen.
Akteure vernetzen und Dialog fördern: Relevante Stakeholder zusammenbringen und den Austausch über wissenschaftliche Erkenntnisse und gemeinsame Botschaften stärken.
Bewusstsein schaffen und Entscheidungen unterstützen: Die Vorteile nachhaltiger Waldbewirtschaftung und des Holzbaus faktenbasiert vermitteln und in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verankern.
Informationen unter: www.sitca.earth
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