Die Neuwelt-Schraubenwurmfliege hat nach mehr als 60 Jahren erstmals wieder Fuß in den USA gefasst. Nachdem das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) Anfang Juni den ersten Fall bei einem Kalb in Texas bestätigte, stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen seither auf 15. Die Schraubenwurmfliege unterscheidet sich grundlegend von gewöhnlichen Schmeißfliegen: Ihre Larven befallen nicht totes, sondern lebendes Gewebe von Warmblütern, darunter Rinder, Wildtiere, Haustiere und in seltenen Fällen auch Menschen. Unbehandelt können die Wunden für betroffene Tiere tödlich enden.
Für die Rinderwirtschaft im Südwesten der USA bedeutet das Wiederauftreten des Parasiten eine ernste Bedrohung. Experten warnen, dass allein für Texas wirtschaftliche Schäden von bis zu 1,8 Milliarden US-Dollar entstehen könnten, sollte sich der Befall ausweiten. Der texanische Gouverneur Greg Abbott reagierte mit der Ausrufung des Ausnahmezustandes. Er rechnet damit, dass sich die Fliege über den Sommer weiter ausbreiten wird und kündigte an, den Aufbau neuer Anlagen zur Bekämpfung des Parasiten zu beschleunigen. Die USA setzen dabei auf eine bewährte Methode aus den 1960-er Jahren: die Sterile-Insekten-Technik. Dabei werden in großer Zahl sterile männliche Fliegen ausgebracht, die sich zwar paaren, aber keine Nachkommen zeugen können, und so die Population schrittweise zusammenbrechen lassen.
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