Diskussionen über die budgetäre Ausstattung der künftigen GAP, schwächelnde Erzeugerpreise und explodierende Betriebsmittelkosten prägen derzeit das wirtschaftliche Umfeld. Das mache es Hofübernehmern nicht leicht, Entscheidungen über die Zukunft des eigenen Betriebes zu treffen. „Daher ist es wichtig, klare Ziele zu formulieren“, betonte Jungbauern-Landesobfrau Marlene Neuwirth bei der Übergabe des Forderungspapiers.
Im Kern geht es der Jungbauernschaft vor allem um die politischen Rahmenbedingungen. So brauche es auch künftig ein starkes, inflationsangepasstes Agrarbudget. Die bewährte Zwei-Säulen-Struktur der GAP müsse unbedingt erhalten bleiben. Zudem sei eine planbare Perspektive für die nächsten 15 Jahre erforderlich – nicht nur für die jeweils kommenden fünf Jahre.
Finanzielle Mittel für Jungbauern verdoppeln
Ein zentraler Bestandteil der GAP sind zweckgebundene Mittel für junge Übernehmer. „Nur dort, wo Jungbäuerinnen und Jungbauern gezielt gefördert und unterstützt werden, können Betriebe langfristig erhalten werden“, so Neuwirth. Österreich zeige hier ein positives Beispiel: Es verfügt über die jüngste Landwirtschaft Europas – ein Vorteil, der nicht gefährdet werden dürfe. Daher fordert die Jungbauernschaft OÖ, die Mittel für Junglandwirte auf EU-Ebene von derzeit drei auf sechs Prozent zu erhöhen, ohne Kürzungen im Gesamtbudget der Landwirtschaft vorzunehmen. Damit einhergehen sollen eine starke Niederlassungsprämie sowie verbesserte Investitionsbedingungen für junge Bäuerinnen und Bauern.
Herkunft kennzeichnen, Bürokratie abbauen
Um faire Bedingungen zu schaffen, fordert die Jungbauernschaft außerdem eine nationale Herkunftskennzeichnung. „Die Herkunft bei verarbeiteten Lebensmitteln muss sichtbar werden, sowohl im Handel als auch in der Gastronomie“, unterstreicht Neuwirth. Konsumenten müssen klar informiert werden, um bewusst entscheiden zu können, welche Produkte sie kaufen.
Auch bei der vielfach diskutierten Digitalisierung plädieren die Jungbauern für einen stärkeren Fokus auf konkrete Erleichterungen im Arbeitsalltag sowie auf den Abbau von Bürokratie. „Wenn Europa den Generationenwechsel in der Landwirtschaft wirklich ernst meint, dann muss sich das auch rechtlich verbindlich und finanziell spürbar niederschlagen. Junglandwirte dürfen nicht nur erwähnt werden – sie müssen endlich stärker abgesichert werden“, betont die Jungbauern-Landesobfrau.
Darüber hinaus fordert die oberösterreichische Jungbauernschaft gleiche Standards für Importprodukte sowie eine Stärkung der Landwirte entlang der gesamten Lebensmittelkette, damit faire Erzeugerpreise und eine gerechte Wertschöpfung überhaupt möglich werden. „Die Landwirtschaft von morgen ist die junge Generation von heute. Nur wenn es gelingt, diese auch auf die Betriebe zu bringen, kann eine stabile und vor allem resiliente Landwirtschaft für Krisenzeiten gesichert werden“, betonte Neuwirth.
Die Landwirtschaft von morgen ist die junge Generation von heute.
Marlene Neuwirth
OÖ. Jungbauern-Landesobfrau
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