Kommentar der Woche: Keine Glaubensfrage

Porträt Clemens Wieltsch

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Dass das Thema Herdenschutz – ähnlich wie andernorts die perforierten Stallböden – mittlerweile das Steckenpferd der NGOs ist, ist an sich nichts Neues. Für Kopfschütteln sorgte allerdings (zumindest in der Redaktion der BauernZeitung) eine pünktlich zum Almauftrieb versandte Aussendung des Naturschutzbundes. Unter dem Titel „Herdenschutz schützt Weidetiere wirksamer als jeder Segen“ erklärte man den Medienschaffenden, dass für die Leibspeise des Großraubtiers Wolf, nämlich Schafe und Ziegen, hierzulande ausreichend schützbare Almflächen zur Verfügung stünden. Man müsse nur einige Herden auf andere Almen auftreiben, so der Schluss. Mitgeteilt wurde dies unter Berufung auf eine Machbarkeitsanalyse der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

Ein Blick in die zitierte Studie zeigt jedoch, ein wesentlicher Aspekt wurde im Papier ausgeklammert. Konkret bleibt die Kostenfrage wieder einmal unbeantwortet. Diese belaufen sich laut Zahlen der HBLFA Raumberg-Gumpenstein aus 2023 bei einer Herde von 27 Schafen nämlich auf stolze 298 Euro pro Stück und Almsommer. Die Studie führt diesbezüglich nur eine mögliche Finanzierung aus GAP-Mitteln ins Treffen. Dass das bei einem künftig wohl schmäleren GAP-Budget aus der öffentlichen Hand zu finanzieren ist, darf bezweifelt werden. Kein Zweifel besteht hingegen an der fragwürdigen Argumentation des Naturschutzbundes. Ein vermeintlich gewitzter Verweis darauf, dass Segnungen vor dem Almsommer nicht so viel brächten wie Behirtung und Herdenschutzhund, hat in einer sachlichen Debatte nichts verloren.

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