Wasserstoff kann in Fahrzeugen grundsätzlich über zwei Wege genutzt werden: über eine Brennstoffzelle, die aus dem Wasserstoff Strom für einen effizienten Elektromotor erzeugt, oder aber direkt in speziellen Verbrennungsmotoren. „Für eine schnelle Einführung und Verbreitung bedarf es auf der Traktorseite robuster und kostengünstigerer Lösungen. In dieser Hinsicht bietet ein Wasserstoff-Verbrennungsmotor ideale Bedingungen“, heißt es dazu auf der Webseite der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft. Der Verbrennungsmotor biete neben den geringeren Kosten auch Vorteile wie einfachere Kühlung, geringere Anforderungen an die Reinheit des Wasserstoffs und kein Erfordernis der Abtrennung von Schadgasen wie Ammoniak im Vergleich zu einem Brennstoffzellensystem. Um einem „Zero Emission Standard“ zu entsprechen, sei es jedenfalls das Ziel, Stickoxidemissionen zu vermeiden – weitere Schadstoffe seien bei der Verwendung von Wasserstoff als Kraftstoff vernachlässigbar.
Der auf einem konventionellen Steyr Expert basierende Forschungstraktor verfügt über einen Wasserstoff-Verbrennungsmotor mit Direkteinspritzung, der eine mit dem Basisfahrzeug vergleichbare Dauerleistung liefern soll. „Die Kraftübertragung erfolgt über ein hocheffizientes eCVT-Getriebe, während Anbaugeräte zusätzlich elektrisch über die von der Voltfactory GmbH entwickelte Hochspannungsbatterie versorgt werden können“, erklärt man bei Steyr.
Wasserstoffspeicher- und Betankungsinfrastruktur am Betrieb
Bei dem Projekt geht es aber um weit mehr als nur eine CO2-freie, alternative Antriebsform. Wasserstoffspeicher- und Betankungsinfrastruktur direkt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb (dem sogenannten COMBHY-System) in Neusiedl sind wesentliche Eckpunkte. „Das HyTrac-Projekt ermöglicht es uns, das Zusammenspiel von wasserstoffbetriebenen Landmaschinen, Energieinfrastruktur und landwirtschaftlichen Betrieben unter realen Bedingungen zu analysieren. Dieser systemische Ansatz ist unerlässlich, um zu verstehen, welchen Beitrag Wasserstofftechnologien künftig zur CO₂-Reduzierung in der Landwirtschaft leisten können“, erklärt Johannes Konrad, Assistenzprofessor am Institut für Antriebs- und Fahrzeugtechnik der TU Wien. Nach Aufbau des Traktors sowie der Wasserstoff-Verdichtungs- und Abgabestelle soll ein Demonstrationsbetrieb des Wasserstofftraktors im Realbetrieb im Umfeld des Energy Hub Neusiedl erfolgen.
Eckdaten zum Projekt HyTrac
Projektkoordinator: Technische Universität Wien – Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik
Projektpartner: BE Energy GmbH, CNH Industrial Österreich GmbH Engineering Center, Steyr GmbH & Co KG, Forschung Burgenland GmbH, HyCentA Research GmbH, Ing. Karl Thanhofer GmbH, VDS Holding GmbH, Voltfactory GmbH
Projektlaufzeit: 01.06.2025 bis 31.05.2029
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