Holztransport mit Lkw

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Forst-Allianz tüftelt an praxistauglichen Lösungen

Waldreiche EU-Staaten bündeln ihre Kräfte gegen Bürokratie und setzen sich weiter für gezielte Anpassungen der EU-Entwaldungsverordnung ein.

Die Forstminister mehrerer EU-Staaten, darunter Österreichs Minister Norbert Totschnig, kamen Anfang April in Schweden zum jährlichen Treffen der „For Forest Group +“ zusammen. Im Fokus standen zentrale Weichenstellungen der EU-Wald- und Klimapolitik – insbesondere die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), Kriterien nachhaltiger Waldbewirtschaftung sowie Fragen der Landnutzung in den europäischen Klimazielen. Die Runde gewinnt Ministeriumsangaben zufolge zunehmend an politischem Gewicht: Gemeinsam vertreten die Mitgliedstaaten rund 60 Prozent der EU-Waldfläche.

Gemeinsame Linie

Totschnig kritisierte in dem Zusammenhang die zunehmende Belastung für Land- und Forstwirtschaft. Überbordende Bürokratie gefährde die Zukunft bäuerlicher Familienbetriebe, die EUDR stelle zudem eine „enorme und unverhältnismäßige administrative Belastung“ dar. Ziel der Allianz sei es daher, mit einer abgestimmten Position praxistaugliche und kosteneffiziente EU-Regeln durchzusetzen. Bereits erzielte erste Vereinfachungen und ein vorläufiger Aufschub hätten gezeigt, wie wirksam gemeinsame Positionen auf EU-Ebene seien. „Jetzt geht es darum, die Regeln praxistauglich und kosteneffizient auf den Boden zu bringen und weitere Vereinfachungen durchzusetzen“, so Totschnig.

Wachsende politische Allianz

Die Initiative wurde 2022 auf österreichische Anregung gemeinsam mit Finnland, Slowenien und Schweden als informelle strategische Partnerschaft gegründet, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Positionen in der EU-Forstpolitik zu entwickeln. Inzwischen hat sich das Format zur „For Forest Group +“ erweitert. Neben den Gründungsstaaten sind auch Frankreich, Italien, Lettland und zuletzt Deutschland beigetreten. Der Ausbau unterstreiche den wachsenden politischen Anspruch der Gruppe, als koordinierte Stimme waldreicher Staaten in Brüssel aufzutreten und andere Mitgliedstaaten zur Kooperation anzuregen. Österreich wird 2027 erneut den Vorsitz übernehmen und die nächste Ministerkonferenz ausrichten.

For Forest Group +

Gegründet 2022 auf Initiative Österreichs gemeinsam mit Finnland, Schweden und Slowenien. 2024 erweitert um Frankreich, Italien, Lettland und Deutschland. Ziele sind gemeinsame Positionen in Forstfragen, Austausch bewährter Praktiken und Abbau von Bürokratie.

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