Die anhaltende Dürre macht sich heuer auch im Waldviertel deutlich bemerkbar. Vor allem im Anbau von Sonderkulturen fallen die Erträge vielerorts deutlich geringer aus als in den beiden Vorjahren. Besonders betroffen sind wertschöpfungsintensive Kulturen wie Küchenkräuter, Tee- und Arzneipflanzen sowie Gewürzpflanzen. Nach Angaben von Waldland zeigen sich die Auswirkungen der Trockenheit inzwischen auf zahlreichen Anbauflächen. Während mehrjährige Kulturen noch auf spätere Niederschläge hoffen können, verzeichnen einjährige Kulturen wie Mohn oder Petersilie bereits massive Ertragsverluste.
Hoffnung auf einen guten Herbstschnitt
Etwas günstiger stellt sich die Situation beim Schnittlauch dar. Die mehrjährige Kultur wird mehrmals pro Jahr geerntet und bietet dadurch die Möglichkeit, wetterbedingte Ausfälle teilweise auszugleichen. „Beim Schnittlauch liegt der Vorteil darin, dass er mehrjährig am Feld steht und vier bis fünfmal in der Saison geerntet wird. Die beiden ersten Schnitte im Frühjahr waren gut, der aktuelle Sommerschnitt brachte nahezu keinen Ertrag. Jedoch kann ein möglicher Niederschlag im Spätsommer noch zumindest einen ertragreichen Schnitt liefern“, erklärt Michael Höllmüller, Berater für Kräuterproduktion bei Waldland.
Die beiden ersten Schnitte beim Schnittlauch im Frühjahr waren gut, der aktuelle Sommerschnitt brachte nahezu keinen Ertrag.
Michael Höllmüller
Im Gegensatz dazu trifft die Trockenheit viele einjährige Sonderkulturen besonders hart. Sie verfügen nicht über die Möglichkeit, Ertragsverluste durch weitere Schnitte innerhalb derselben Saison auszugleichen. Gerade in Kulturen mit hoher Wertschöpfung wirken sich Mindererträge unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit der Betriebe aus. Gleichzeitig bestehen für zahlreiche Spezialkulturen bislang keine passenden Versicherungslösungen gegen Dürreschäden.
Waldland setzt auf Risikostreuung und Investitionen
Waldland mit Sitz in Oberwaltenreith im Waldviertel arbeitet mit einer breiten Palette an Sonderkulturen, also von Küchen- und Teekräutern über Gewürz- und Ölsaaten bis hin zu Pharmaziepflanzen. Die Vielfalt der Kulturen und die Verteilung der Anbauflächen gelten als wichtige Strategie zur Risikostreuung. Um die Versorgung auch in ertragsschwachen Jahren sicherzustellen, investiert das Unternehmen derzeit unter anderem in ein zusätzliches Fertigwarenlager. Darüber hinaus liegt ein Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung, um den Anbau an zunehmende Wetterextreme anzupassen.
Wetter bleibt entscheidender Faktor
Für die laufende Saison richtet sich der Blick nun auf mögliche Niederschläge im Spätsommer. Sie könnten zumindest bei mehrjährigen Kulturen wie Schnittlauch noch zu einer Verbesserung der Ertragssituation beitragen. Bei vielen einjährigen Sonderkulturen dürften die Ernteverluste hingegen bereits weitgehend feststehen.
Jetzt BZ-Newsletter abonnieren
Die BauernZeitung ist Österreichs größte Wochenzeitung für die Land- und Forstwirtschaft und den ländlichen Raum und Hauptinformationsquelle für die Bäuerinnen und Bauern. Mit unserem wöchentlichen Newsletter (immer freitags) bleiben Sie aktuell informiert.
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))